Johannes Gutmanns Erfolgsgeheimnisse

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Johannes Gutmanns Erfolgsgeheimnisse

Einerseits ist er der lustige Waldviertler Bauer mit roter Brille und Lederhose. Andererseits der ernsthafte Gründer und Chef eines Unternehmen, das es in 30 Jahren auf 400 Mitarbeiter, 900 Produkte, 30 Franchise-Geschäfte und in 50 Exportländer geschafft hat: Johannes Gutmann ist mit seiner Tee- und -Gewürze-Marke SONNENTOR zum weltweiten Vorbild für Bio-Lebensmittel-Qualität, Nachhaltigkeit und Gemeinwohl-Ökonomie geworden. Hier verrät uns der ursprüngliche Einmann-Marktstandler und heutige Globalmarken-Unternehmer im 21. Interview unserer großen Serie “GEHEIMNIS DES ERFOLGS” viel von seinem spannenden und mitreißenden Aufstieg und den wichtigsten Erfolgskriterien für Startups und KMU: Danke Hannes!

“Wachstum ist für mich nicht das oberste Ziel. Wichtiger ist es, gesund zu bleiben und im Einklang mit Natur und Mensch zu wirtschaften.”

“Viele Fehlentscheidungen begleiten den Erfolg, es zählt nur, was daraus gelernt und letztlich verbessert wird.”

1.       Was ist das Fundament Deines Erfolges, mit welcher Idee hat der Aufschwung Deines Unternehmens begonnen?

Als ich vor 30 Jahren mit drei Bio-Bauern und zwei Hand voll Kräuter-Tees startete, hatte ich keine Vorstellung davon, wie erfolgreich SONNENTOR eines Tages sein würde. Mein Ziel war es lediglich, von meiner Selbständigkeit leben zu können und nicht abwandern zu müssen. Da Liebe bekanntlich durch den Magen geht, war es für mich nahe liegend, das Waldviertel durch seine kulinarische Vielfalt nach außen zu tragen. Genauer gesagt, durch seine Kräuter. Kräuter waren als Unkraut verschrien, Bio war unbekannt, beides stand für mich wie kaum etwas Anderes für Genuss, Gesundheit, Lebensfreude und ein gutes Leben. Somit war die Idee von SONNENTOR geboren.

2.      Was war in der bisherigen Entwicklung die wichtigste strategische Entscheidung (oder die wichtigsten strategischen Entscheidungen)?

Maßgeblich war die Entscheidung sich nicht auf den österreichischen Markt zu beschränken. Gleich in den ersten Jahren hat es mich nach Deutschland verschlagen. Bei unseren deutschen Nachbaren war „Bio“ damals schon ein aufstrebendes Thema. Auf Messen konnte ich wertvolle Kontakte knüpfen. Die zweite Erfolgsgeschichte war die Gründung einer Tochterfirma mit meinem tschechischen Partner vor 26 Jahren. Ich habe damit einen strategisch wichtigen Schritt in die boomenden und nahen Osteuropäischen Märkte gesetzt. Heute liefern wir in über 50 Länder – Deutschland ist nach wie vor unser größter Markt.

3.      Hat es einmal eine kritische Situation gegeben, in der alles auf des Messers Schneide stand? Wenn ja, wie bist Du damit umgegangen?

Gleich zu Beginn habe ich einmal sauber daneben gegriffen. Da habe ich mich bei einer Bestellung geirrt und tausende Teepackungen falsch bestellt. Eine Katastrophe. Damit habe ich die Hälfte meiner Jungunternehmer-Förderung in den Sand gesetzt. Ich ließ mich aber nicht unterkriegen. In so einer Situation darf man nicht schmollen – man muss aufstehen und weitermachen. Viele Fehlentscheidungen begleiten den Erfolg, es zählt nur, was daraus gelernt wurde und dann verbessert wurde, immer weitermachen und der Weg ist noch lang nicht zu Ende!

4.      Wie organisierst Du Wachstum und Erfolg, was müssen Dein Team, Deine Mitarbeiter leisten?

Für mich ist es am Wichtigsten, dass jedes Teammitglied sich für seine eigene Aufgabe begeistert und eigenverantwortlich agiert. Wenn jemand mit Leidenschaft und Spaß arbeitet, dann ist auch das Ergebnis top. Wachstum ist für mich nicht das oberste Ziel. Wichtiger ist es, gesund zu bleiben und im Einklang mit Natur und Mensch zu wirtschaften. Unseren Mitarbeitern und Partnern ist aber auch bewusst, dass sie auch Marken-Botschafter und Erzähler sein sollen. Dass wir alle die schönen Geschichten von SONNENTOR in die Herzen der Menschen tragen können.

5.      Welchen Rat möchtest Du anderen aufstrebenden Unternehmen geben, damit sie auch Erfolg haben?

Man darf sich die eigenen Visionen nicht madig machen lassen. Viele Besserwissen wissen in erster Linie wie’s nicht geht! Dennoch ist es von Vorteil, sich die Ziele anfangs nicht zu hoch zu stecken. Wenn sich der Erfolg abzeichnet und es bergauf geht, sollte man keinesfalls den Boden unter den Füßen verlieren. Es hilft in solchen Momenten, sich auf seine tiefen Wurzeln zu besinnen, auf seine Kernkompetenz zu vertrauen. Jeder der abhebt, der kommt bald auf den harten Boden der Realität zurück. Mit Geduld und Bescheidenheit ist jede Leiter zu besteigen.
Für weitere Infos können Sie mich gerne kontaktieren.

KONTAKT:
SONNENTOR Kräuterhandels GmbH
3910 Sprögnitz 10; Tel: +43 2875 7256; Fax: +43 2875 7257; office@sonnentor.at
SONNENTOR Website;  SONNENTOR-Gemeinwohlbericht30Jahre SONNENTOR

HINTERGRUND, GESCHICHTE UND FAKTEN:
Die SONNENTOR Kräuterhandels GmbH wurde 1988 von Johannes Gutmann im Waldviertel gegründet. Ausgangsidee war es, bäuerliche Bio-Spezialitäten zu sammeln und unter dem Logo der lachenden Sonne überregional und international zu vermarkten. Faire Bezahlung, der wertschätzende Umgang mit allen Partnern und der Schutz des natürlichen Kreislaufs des Lebens sind gelebte Firmenphilosophie. Heute hat das Unternehmen mit Sitz in Sprögnitz bei Zwettl 320 Mitarbeiter in Österreich und 120 in Tschechien. Derzeit gehören rund 300 Bio-Bauern zur SONNENTOR Familie.

Den Gutmannschen Hof zu übernehmen stand für Johannes Gutmann aber nicht zur Debatte. Neue Wege wollte er einschlagen, die nicht nur ihm, sondern auch der Region zugutekommen würden. Vor allem den Bauern, die ums wirtschaftliche Überleben kämpften. Viele stellten ihre Betriebe auf Monokultur um, weil man es damals so machte. Gutmann fand, das müsste auch anders gehen. Vor allem um die herrlichen Kräuter, die auf den Feldern wuchsen, die ausgerupft und weggeworfen wurden, tat es ihm leid.Johannes war schon leidenschaftlicher Bio-Verfechter, als es das Wort “Bio” noch gar nicht gab. In dern 80er-Jahren machte man sich allgemein um die Nahrung noch nicht so viele Gedanken – wo’s herkommt, was drin ist oder die Anbauweise – “jo eh”. Gutmann hatte jedoch so ein Gespür, dass der biologische der beste Weg für die Gesundheit, die Umwelt und unsere Zukunft ist.

Und so hatte er eine zündende Idee: Eine Idee, die weder mit offenen Armen noch Begeisterung aufgenommen wurde. Regionale Bio-Produkte zusammen unter einem Dach der lachenden Sonne – einem alten Waldviertler Symbol – vertreiben? Seine “Schnapsidee” wurde 1988 belächelt. Also zog der 23-jährige als Einmann-Unternehmen mit seinen Kräutern von Bauernmarkt zu Bauernmarkt, und wurde bald zum “bunten Hund”. Neben den erstklassigen Bio-Produkten halfen ihm seine Markenzeichen – eine jahrzehntealte Lederhose und eine runde rote Brille – beim Durchbruch: Vom Spinner zum Gewinner! Bald kannten mich alle in der Region als den Spinner mit der Lederhose und die Mund-Propaganda machte mein kleines Unternehmen bekannt und zunehmend interessant.

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Weiterhin laden wir alle erfolgreichen und anständigen mittelständischen Unternehmerinnen und Unternehmer – gleich ob EPU, KMU, Freiberufler oder größerer Familienbetrieb – auf , sich hier ebenso mit ihren Erfolgs-Erkenntnissen einzubringen, indem sie die gleichen 5 Fragen wie hier beantworten. Einsenden bei office@lusak.at