Stulik: Mittelstand schafft das!

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Stulik: Mittelstand schafft das!

Reinhard Stulik von STULIK STEUERBERATUNG berichtet uns über seine aktuelle Situation und Meinung, vor allem aber zeigt er glasklar und sachlich auf, was von der Regierung für die Wirtschaft noch viel besser gemacht werden sollte. Er begnügt sich dabei nicht mit der Kritik, er macht ganz konkrete, aus seiner Sicht einfach handhabbare Lösungsvorschläge an die Regierung. Lesen Sie bitte seine Antworten in unserer Interview-Serie „CORONA: SO BEWÄLTIGT DER MITTELSTAND DIE KRISE“:

“… Mittelstand kann nur gerettet werden, wenn die Bundesregierung so rasch wie möglich die erforderlichen liquiden Mittel zur Verfügung stellt!”

 

    1. Wie geht es Ihnen jetzt? Welche Problem sind durch Corona bei Ihnen im Unternehmen entstanden?

Wir haben in unserem Unternehmen teilweise auf Home-Office umgestellt. Wir sind momentan als Steuerberatungskanzlei sehr gefordert, unsere KlientInnen in dieser schwierigen Zeit zu unterstützen. Von der Regierung werden Maßnahmen gesetzt, die unnötigen Verwaltungsaufwand produzieren und die Unternehmen wirklich entlasten könnten, wenn diese abgestellt werden würden.

  • Warum kann keine automatische Stundung erfolgen und es muss überall angesucht werden?
  • Durch die Außerkraftsetzung der Schadenersatzansprüche nach dem Epidemiegesetz hat man den Verwaltungsaufwand nur vergrößert. Man hätte einfach sagen können, dass alle Unternehmen, die durch die Beschränkungen der COVID-19 Pandemie betroffen sin, eine Entschädigung erhalten. Jetzt schaffen wir Kurzarbeit, die viel Unsicherheit und Verwaltungsaufwand bringt und macht eine Vorfinanzierung über Banken, stattdessen, dass das AMS die aliquoten Ansprüche pro Monat iHv von 50 % bevorschusst, wodurch die Nettolöhne gedeckt wären.
  • Wir schaffen einen Härtefond, wo viele Unternehmen nicht reinfallen und die anderen Unternehmen mit € 500 – € 1000,- abgespeist werden, die dann bei dem 15 Milliarden Euro Paket wieder anzurechnen sind. Warum löst man dies nicht ganz einfach über Finanz-Online? Wir haben in unserem Unternehmen momentan erhöhten Aufwand, wo wir aber nicht sicher sind, ob mit den derzeitigen Maßnahmen unsere KlientInnen dies überleben werden – womit auch unser Honorar gefährdet ist. 

2. Was ist jetzt Ihre spezifische unternehmerische Strategie mit der Corona-Krise umzugehen um nachher möglichst gestärkt daraus hervorzugehen ?

Unsere Strategie ist die Unternehmen so gut zu unterstützen, dass diese die Krise bewältigen und vor allem über die notwendige Liquidität verfügen, so dass sie über die Krise kommen.

3. Wie kann sich der österr. Mittelstand (EPU, KMU, Fam.betriebe, Freiberufler mit ihren Mitarbeitern und Partnern) generell wieder aufrichten und auch über sich hinauswachsen?

Der österreichische Mittelstand wird nur überleben können, wenn die Bundesregierung 1) so rasch wie möglich die erforderlichen liquiden Mittel zur Verfügung stellt, denn mit € 1000.- kann kein Unternehmen gerettet werden und 2) die Schäden, die den Unternehmen entstehen vorfinanziert und im Nachhinein eine Überprüfung des tatsächlichen Schadens erfolgt.

4. Was ist das Wichtigste, das die Regierung und die öffentliche Hand dazu beitragen sollten?

Es ist dringend erforderlich für die Unternehmen, dass bessere Unterstützungen geschaffen werden. Viele Unternehmen kommen an ihre Liquiditätsgrenzen und ihr Fortbestand ist gefährdet!

Liebe Bundesregierung, schaffen Sie eine vorläufig rasche finanzielle Unterstützung, die im Nachhinein auf Richtigkeit überprüft wird! Über Finanz-Online könnte dies relativ leicht abgewickelt werden, siehe: STULIK-BRIEF AN DIE BUNDESREGIERUNG

Berechnung des vorläufigen Unterstützungsbetrages

  • Umsatzminderung: Umsatz des Monats des Vorjahres minus Umsatz des Monats laufendes Jahr
  • Berechnung der variablen Kosten aufgrund der Kennzahlen der letzten eingereichten Jahreserklärung E1a.
    Variable Kosten in %
    (KZ9100+KZ9110+KZ9120+9160) / (KZ9040+KZ9050+KZ9080) * 100
    Die KZ9120 wird in die variablen Kosten einbezogen, da die Personalkosten durch Covid19-Kurzarbeit gedeckt werden.
  • Vorläufiger Unterstützungsbetrag wird mit 70 % ausbezahlt: (Umsatzminderung-(Umsatzminderung*Prozentsatz der variablen Kosten) * 70 %

Reinhard Stulik

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So kann man bei dieser Lobby der Mitte-Interview-Serie selbst MITMACHEN

 

KONTAKT:
Reinhard Stulik Steuerberatungs GmbH & Co OG
A-3150 Wilhelmsburg, Färbergasse 3
Telefon: +43 2746 2520 / Fax: DW 50
E-mail: k.brauneder@stulik.at
Web: http://www.stulik.at