YOU CAN’T BUY LOVE – Studie über Koop von Startups und Konzernen

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YOU CAN’T BUY LOVE – Studie über Koop von Startups und Konzernen

Wir bringen diesen Bericht von Helena Birkner von HORIZONT 1:1 über die Ergebnisse einer McKinsey-Studie über die Partnerschaft von Startups und etablierten Unternehmen (Corporates, oft Konzerne), da er auch für Mittelstandsbetriebe Erkenntnisse bringt, die selbst entweder mit Startups oder mit Konzernen zusammenarbeiten. Wir von Lobby der Mitte sind ja der Meinung, dass man darauf achten muss, sich auf gleicher Augenhöhe zu begegnen und dass sich keiner unterordnen sollte – einfach weil eine 2-Klassen-Struktur einer nachhaltigen Koop nicht dienlich ist. Für KMU ist das umso einfacher zu erreichen, wenn sie durch Innovationen, Patente, Marktvorsprünge, Kundenzugänge etc. eine gute Position in der Gruppe innehaben. Außerdem hat uns der Titel der Studie “YOU CANT BY LOVE” gefallen – wie wahr!

Wie Partnerschaften zwischen Start-ups und Unternehmen erfolgreich werden


Laut einer aktuellen Studie der Unternehmensberatung McKinsey “YOU CANT BY LOVE”, die im Rahmen der Bits & Pretzels Networking Week vorgestellt wurde, sind Partnerschaften zwischen Start-ups und etablierten Unternehmen (Corporates) durch die Corona-Krise für beide Seiten wichtiger geworden. Damit diese funktionieren, müssen die oft sehr verschiedenen Parteien jedoch einige Hürden überwinden und Kompromisse eingehen.

75 Prozent der Gründer oder Geschäftsführer von 150 Start-ups aus der DACH-Region stufen Partnerschaften mit Corporates als sehr wichtig ein und gut 63 Prozent erwarten, dass deren Relevanz in den kommenden Monaten noch einmal zunimmt, wie die McKinsey-Studie ergab.

Naturgemäß sind die Motive von Start-ups und Corporates, eine Kooperation miteinander einzugehen, recht verschieden. Während aufstrebende Gründer sich davon primär Wachstum (87 Prozent), eine positive Signalwirkung gegenüber potenziellen Investoren (87 Prozent) sowie das Partnerunternehmen als eigenen Kunden (79 Prozent) erhoffen, wollen etablierte Firmen in erster Linie ihre Innovation vorantreiben. Von den Jungunternehmern versprechen sie sich Input für den Zugang zu neuen Technologien, Marktsegmenten oder auch Arbeitsweisen. Tatsächlich verfügen laut McKinsey 29 von 30 Dax-Konzernen über institutionalisierte Partnerschaften in Form von Corporate-Venture-Capital-Programmen, um dadurch in innovative und wachstumsstarke Unternehmen zu investieren.

Auch wenn von den befragten Start-ups 52 Prozent angeben, mit ihren Partnerschaften relativ zufrieden zu sein, gibt es durchaus Kritikpunkte. Jedes fünfte Start-up ist mit seiner Corporate unzufrieden, unter anderem aufgrund zu geringer Prozessgeschwindigkeit (55 Prozent), Mangel an Zeitplänen und Zielvorgaben (45 Prozent) sowie unklaren und intransparenten Entscheidungsprozessen (40 Prozent).

© McKinsey

Corporate-Entscheider empfinden hingegen andere Punkte als herausfordernd. Benannt wurden unter anderem durch zu sehr voneinander abweichende Arbeitsstile und technologische Unstimmigkeiten, aber auch Differenzen in den Unternehmenskulturen. Ein häufiges Problem sind zudem zu hohe Erwartungen von Seiten der Topmanager an die positiven Effekte durch den Zusammenschluss mit einem Start-up, ebenso wie interne Bürokratie, die den Prozess ausbremst. Weiterhin entsteht den etablierten Unternehmen oft ein hoher Verwaltungsaufwand aus der Partnerschaft.

Für Start-ups sind individualisierte Partnerschaften wie Vertriebs- oder Entwicklungspartnerschaften mit 79 Prozent deutlich wichtiger als Accelerator-, Corporate Venture Capital- oder Incubator-Programme (21 Prozent). Diese institutionalisierte Partnerschaftsprogramme sollen Interaktionen mit einer größeren Gruppe von Start-ups ermöglichen. Auch der Zufriedenheitsgrad liegt im Hinblick auf individualisierte Partnerschaften mit 85 Prozent deutlich höher bei den Start-ups als bezüglich institutionalisierten Partnerschaften (57 Prozent).

Strategien für mehr Zufriedenheit

Bemühen sich beide Parteien, ihre Unternehmenskulturen sowie die technologische Infrastruktur anzugleichen, erhöht sich die Zufriedenheit der Gründerunternehmen von 37 Prozent auf 69 Prozent. Für 86 Prozent der Start-ups steigt das Zufriedenheitsniveau, wenn der Partnerschaft hohe Aufmerksamkeit in der obersten Führungsetage des Corporates zuteil wird, während es andernfalls nur bei 40 Prozent liegt. Die Vereinbarung konkret messbarer Ziele steigert die Zufriedenheit der Start-ups von 47 Prozent auf 80 Prozent. Das scheint jedoch nur selten vorzukommen, da nur jedes zweite Start-up angibt, sich mit dem Partnerunternehmen auf konkrete Ziele und Messkriterien verständigt zu haben.

Corporates stören sich häufig an einer zu großen Zahl kleiner Projekte, die es nie über die Pilotierungsphase hinaus schaffen. Eine ausgewogene Projektgröße ist daher entscheidend. Die partnerschaftlichen Ziele sollten klein genug sein, um keinen Schaden beispielsweise beim Datenaustausch anzurichten, aber auch groß genug, um repräsentativ solide Ergebnisse für eine umfassende Bewertung zu liefern.

LdM dankt für den Bericht von Helena Birkner (HORIZONT)