Wer verdient am KI-Boom am meisten? Jetzt die Software-Schicht!

Genial erhellender Kommentar von Andreas Sommer von Börse-Express über die Frage, wie es gerade um die sogenannte KI-Blase bestellt ist und wer jetzt von der Entwicklung am KI-Markt am meisten profitiert. Grundsätzlich richtet sich dieser Kommentar an Anleger und Börsianer, aber da sind sicher auch Mitte-Menschen darunter.

Wir von der Lobby der Mitte staunen jedenfalls über diese sehr plausibel klingenden Erkenntnisse und hoffen, dass der weltweite KI-Erfolg letztlich nicht nur bei IT-Börse-Investoren, Tech-Giganten, Daten-Kraken oder Software-Unternehmen monetarisiert wird, sondern auch bei Mittelstand, Mittelschicht und dem Großteil der Weltbevölkerung … 

Wer verdient am KI-Boom am meisten? Jetzt kassiert die Software-Schicht!

Andreas Sommer am 18.4.26

172 Milliarden Dollar Mehrwert — jetzt kassiert die Software-Schicht

Kürzlich stellten wir die entscheidende Frage: Ob sich die 375 Milliarden Dollar, die Amazon und Alphabet in KI-Infrastruktur pumpen, jemals in echte Geschäftsmodelle verwandeln. Über das Wochenende liefert der Stanford AI Index 2026 eine erste, ziemlich eindeutige Antwort — und sie fällt anders aus, als viele erwartet haben. Nicht die Chip-Hersteller und nicht die Rechenzentren-Betreiber ernten gerade die Früchte der KI-Revolution. Es ist die Software-Schicht, die jetzt Milliarden generiert. Die Infrastruktur steht. Die Monetarisierung hat begonnen.

53 Prozent der Amerikaner nutzen KI — und der Mehrwert explodiert

Die Zahlen des Stanford AI Index verdienen es, in voller Schärfe betrachtet zu werden. Innerhalb von drei Jahren hat generative KI eine Bevölkerungsdurchdringung von 53 Prozent in den USA erreicht. 115 Millionen Erwachsene nutzen die Technologie aktiv — 20 Millionen mehr als noch vor einem Jahr. Der Personal Computer brauchte für eine vergleichbare Verbreitung Jahrzehnte.

Doch die eigentliche Nachricht steckt nicht in der Nutzerzahl, sondern im ökonomischen Ertrag: Der jährliche Mehrwert für US-Verbraucher wird für 2026 auf 172 Milliarden Dollar beziffert — ein Anstieg von über 53 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Medianwert pro Nutzer hat sich in zwölf Monaten verdreifacht. Das ist keine Spielerei mehr. Das ist ein harter Wirtschaftsfaktor, der sich in Unternehmensbilanzen niederschlägt.

Alphabet deklassiert die Cloud-Konkurrenz, SAP baut um

Wie dieser Mehrwert in Gewinne übersetzt wird, zeigt Alphabet. Die Aktie hat seit Ende März rund 20 Prozent zugelegt — und der Treiber ist nicht die Suchmaschine, sondern die Cloud. 48 Prozent Wachstum im vierten Quartal. Amazon kam auf 24 Prozent, Microsoft auf 39 Prozent. Google hat seine Rivalen in der Cloud klar distanziert.

Gleichzeitig demonstriert Alphabet, dass KI operative Probleme löst, die bisher Heerscharen von Mitarbeitern beschäftigten: Das hauseigene Modell Gemini filterte im vergangenen Jahr über 99 Prozent der regelverletzenden Werbeanzeigen heraus, bevor sie einen einzigen Nutzer erreichten. In einer Zeit, in der KI-generierter Spam das Netz flutet, wird diese Art der automatisierten Qualitätssicherung zum handfesten Wettbewerbsvorteil.

Vor unserer Haustür formiert sich derweil SAP für den nächsten großen Schritt. Chef Christian Klein bereitet eine verbrauchsabhängige, KI-getriebene Preisgestaltung vor — die Abkehr vom klassischen Lizenzmodell hin zu einer Architektur, in der Kunden für den konkreten KI-Output bezahlen. Klein spricht offen von „kurzfristigen Schmerzen“. Am Mittwoch legt SAP Quartalszahlen vor. Dann wird sich zeigen, wie weit der Umbau bereits gediehen ist.

Die Verlierer formieren sich: Adobe unter Druck, Meta streicht 8.000 Stellen

Wo neue Geschäftsmodelle entstehen, sterben alte. Am Freitag lancierte Anthropic sein Tool „Claude Design“ — und die Aktienkurse von Adobe und Figma gaben umgehend nach. Wenn KI-Modelle komplexe Design-Aufgaben nativ übernehmen, wird es für hochpreisige Spezialsoftware eng.

Noch bemerkenswerter ist, was bei Meta passiert. Der Konzern kündigte an, ab dem 20. Mai rund 10 Prozent seiner weltweiten Belegschaft zu entlassen — etwa 8.000 Mitarbeiter. Die Begründung: KI-Automatisierung. Wohlgemerkt: Meta wies für 2025 einen Gewinn von rund 600 Milliarden Dollar aus. Hier wird nicht aus Not gestrichen, sondern aus Kalkül. Effizienz ersetzt Expansion, selbst bei den profitabelsten Unternehmen der Welt.

Eine Einschränkung verdient Beachtung: Die E-Commerce-Berater von DecoExchange wiesen am Freitag darauf hin, dass viele KI-Tools für Geschäftskunden auf veralteten Datensätzen trainiert sind — teilweise Stand Oktober 2023 bis August 2025. Wer seine Preisstrategie oder SEO blind einem solchen Agenten überlässt, riskiert teure Fehlentscheidungen.

Hormus offen, Ölpreis im Sturzflug

Dass der S&P 500 am Freitag mit einem Plus von 1,2 Prozent auf ein neues Allzeithoch von 7.126 Punkten kletterte und der Nasdaq 1,5 Prozent zulegte, lag nicht allein an der Tech-Stärke. Die Geopolitik lieferte kräftige Unterstützung: Der Iran hat die Straße von Hormus während der aktuellen Waffenruhe für Handelsschiffe wieder geöffnet.

Die Rohstoffmärkte reagierten heftig. WTI-Öl fiel am Freitag um 9,4 Prozent auf 82,59 Dollar pro Barrel, Brent landete bei 90,38 Dollar. Die US-Regierung verlängerte zudem die Sanktionsausnahmen für russisches Öl — ein durchsichtiges Manöver, um den Benzinpreis vor den Wahlen zu drücken. Für die Aktienmärkte ist die Gleichung simpel: Niedrigere Energiepreise bedeuten weniger Inflationsdruck, weniger Zinsangst und mehr Spielraum für Wachstumswerte.

Was das für Anleger bedeutet

Die Woche, die hinter uns liegt, hat eine klare Botschaft: Der KI-Boom ist in seiner zweiten Phase angekommen. Phase eins — Chips, Rechenzentren, Infrastruktur — läuft weiter, wie die Investitionspläne von Alphabet und Amazon zeigen. Aber die Wertschöpfung verlagert sich nach oben, in die Anwendungsschicht. 172 Milliarden Dollar Verbraucher-Mehrwert allein in den USA sprechen eine deutliche Sprache.

Für die kommende Woche stehen zwei Prüfsteine an, die zeigen werden, ob die Software-These trägt: SAP und Alphabet legen am Mittwoch Quartalszahlen vor. Wenn die Cloud-Umsätze und die KI-Monetarisierung die Erwartungen bestätigen, dürfte sich der Fokus der Anleger endgültig von der Hardware auf die Software verschieben. Wenn nicht, werden die 375 Milliarden Dollar an Infrastruktur-Investitionen plötzlich sehr viel riskanter aussehen.

Es stellt sich für viele Anleger die Frage, wie man abseits der großen Tech-Wetten systematisch Gewinne erzielen kann

In diesem volatilen Marktumfeld stellt sich für viele Anleger die Frage, wie man abseits der großen Tech-Wetten systematisch Gewinne erzielen kann. Genau das zeigt Jörg Mahnert morgen um 18:00 Uhr in seinem Live-Webinar „Das 500 € System: Die binäre Markt-Logik für bis zu 25.000 Euro Gewinn“. Er stellt dabei eine Methode vor, die auf rein zahlenbasierter Logik beruht — unabhängig davon, ob die Märkte gerade steigen, fallen oder seitwärts laufen. Das Prinzip: Mit einem Einsatz von 500 Euro systematisch in Richtung 25.000 Euro arbeiten, ohne auf günstige Marktphasen warten zu müssen. Wer sich für diesen Ansatz interessiert, kann morgen Abend live dabei sein. Jetzt kostenlos zum Webinar anmelden

Ich wünsche Ihnen einen schönen Rest des Wochenendes.

Herzlichst, Ihr Andreas Sommer

 

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