Gerhard Wiesers Erfolgsgeheimnisse

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Gerhard Wiesers Erfolgsgeheimnisse

Ein fescher Mann mit ordentlichem Händedruck. Ein 100% glaubwürdiger Handwerker und Qualitätsfanatiker. Ein Mann der Füße, Schuhe und sein Schuhmacher-Gewerbe liebt: Meister Gerhard Wieser von WIESER SHOE DESIGN gab uns seine Antworten auf unsere immer gleichen 5 Fragen im 40. Interview der großen Lobby der Mitte Serie ERFOLGS-GEHEIMNISSE  fachlich kompetent, sich dabei dennoch ständig hinterfragend, mit dem Stolz eines Handwerkers, der weiß was er kann und der Sensibilität eines Unternehmers, der die Freude seiner Kunden zur eigenen Freude macht.

“Es hat schon Mut erfordert, in Ruhe den richtigen Standort zu wählen. Raus aus seinem Geschäft zu gehen, hin zu Orten, wo die Zielgruppen sind. Nein zu sagen, wenn man merkt, dass keine Wertschätzung für Qualität da ist.”

Was ist das Fundament Ihres Erfolges, mit welcher Idee hat der Aufschwung Ihres Unternehmens begonnen?

Ich bin ausgebildeter Schuhmacher-Meister und Orthopädie- Schuhmacher-Meister. Mein wahres Fundament sind meine klaren Vorstellungen davon, was Schuhe machen bedeutet. Mir geht es um Qualität und Design, um ein für den Träger möglichst gesundes Gehen. Ich sage auch ja zu orthopädischer Schuh-Erzeugung, sie müssen aber auch schön sein. Sehr wichtig: Der Großteil meiner Kunden möchte in seinen Schuhen den Zeitgeist spüren, das bekommen sie bei mir.

  1. Was war in der bisherigen Entwicklung die wichtigste strategische Entscheidung (oder die wichtigsten strategischen Entscheidungen)?

Zuerst einmal die, nach Wien zu gehen. Es hat schon Mut erfordert, in Ruhe den richtigen Standort zu wählen, also einen Bezirk, in dem die Menschen gutes Schuhwerk schätzen. Ich wollte auch ein schon bestehendes Geschäft übernehmen. Und habe das im 18. Bezirk – am „Cottage-Viertel“ gelegen – gefunden. Habe dort zuerst alles rausgerissen, wollte ein Werkstatt am neuesten Stand und ein junges Geschäft mit moderner Ausstrahlung. Dabei habe ich nach meinem Gefühl entschieden: Ich muss mich in meiner Werkstatt wohlfühlen, dann kann ich auch glaubwürdig meine Kunden ansprechen.

Ich bin immer mehr darauf gekommen, dass die meisten meiner Kunden einen ganz speziellen Schuh, ganz angepasst auf ihre Bedürfnisse haben wollen. Sie haben Vorstellungen von Ihrem Ideal-Schuh und ich realisiere diese ganz gleich ob es Sneakers, Leicht-Schuhe, Stiefletten, Vintage und Wanderschuhe oder für Damen auch High Heels und Ballerinas sind. Sie wollen eine bestimmte Art Schuh, im „Innenleben“ gesund und außen modern und total nach Maß. Ich habe einen Kunden, der jedes Jahr 2-3 neue paar Stiefletten von mir will, fast immer gleich, er trägt nur diese.

  1. Hat es einmal eine kritische Situation gegeben, in der alles auf des Messers Schneide stand? Wenn ja, wie sind Sie damit umgegangen?

Eigentlich nicht, nichts Existenz-Bedrohendes. Aber es gab Zeiten heftiger Unsicherheit: Habe ich die richtige Standortwahl getroffen? Wie kompensiere ich es, wenn sich die Kunden meines Vorgängers aufgrund der Veränderungen abwenden, wie komme ich zu Neukunden? Ich muss mich ja um junge Kunden bemühen, wenn ich will, dass diese dann 20-30 Jahre meine Schuhe kaufen. Wo kann ich die erreichen? Damals habe ich begonnen auch bei zu meinen Kundengruppen passenden Events – z.B. bei edlen Weinverkostungen – mit kleinen Schau-Werkstatt-Auftritten Interessenten zu erreichen, mit Erfolg. Man muss auch raus aus seinem Geschäft, hin zu Orten, wo die Zielgruppen sind.

Sehr selten aber doch gibt es auch schwierige Kunden, die nicht wirklich wissen, was sie wollen. Sie sprechen viele Produkte an, probieren, sind sich total unsicher, lassen sich schwer beraten, verlangen manchmal sogar Preis-Nachlässe. Da hab ich mir vorgenommen und umgesetzt auch Nein zu sagen, wenn ich merke, dass keine Wertschätzung für meine Qualität da ist.

  1. Wie organisieren Sie Wachstum und Erfolg, was müssen Ihr Team, Ihre Mitarbeiter leisten?

Neben der fachlichen Qualifikation sollten meine Mitarbeiter in Werkstatt und beim Kunden-Gespräch so denken und agieren, als ob das Geschäft ihnen gehören würde. Sie sollen dabei meine Philosophie gerne annehmen, ich bilde sie dafür aus. Dabei kann es auch einmal passieren, dass ein Mitarbeiter so viel bei mir lernt und sich so viel zutraut, dass er sich selbstständig macht – auch gut, dann gibt es mehr gute Schuhe und breitere Akzeptanz für Qualität.

Quantitatives Wachstum ist mir nicht so wichtig. Mein muss einfach wissen, wo der Plafond ist, wo die Grenzen der Kapazität erreicht sind. Ich will qualitativ wachsen, mich mit meinen Kunden weiterentwickeln. Ich war früher in der Schuh-Industrie tätig, die arbeiten ständig mit Wachstums- und Kostenreduktions-Druck, haben eine Massenware-Kundschaft. Ich freue mich über die Wertschätzung meiner Kunden und diese sich dann über Schuhe, die sie wirklich gerne tragen.

  1. Welchen Rat möchten Sie anderen aufstrebenden Unternehmen geben, damit sie auch Erfolg haben?

Das Wichtigste ist es, sich selbst richtig einzuschätzen, seine Stärken, Schwächen und Befindlichkeiten. Du musst darauf achten, finanziell gesund dazustehen, keine unnötigen Risiken einzugehen. Dann schläfst Du ruhiger und arbeitest besser. Gute Planung ist OK, aber nicht ewig an Businessplänen herumtüfteln. Am besten bald ins Tun kommen.

Schau, dass Du einen persönlichen, guten, vertrauensvollen Kontakt zu Deinen Kunden bekommst. Das geht mit Zeit nehmen für Gespräche und Offenheit für deren Bedürfnisse, auch mit ehrlichem unaufdringlichem Fragenstellen. Heute habe ich von den meisten meiner Kunden ihre Handy-Nummer – und bombardiere sie nicht mit Newslettern oder Angeboten.


KONTAKT:

Wieser Shoe Design
Gerhard Wieser
Gymnasiumstraße 32

A-1180 Wien

Telefon:   +43-1-4783219
Mobil:   +43-660-5528416
E-Mail:   gw@wieser-shoe-design.at
Wev:   www.wieser-shoe-design.at

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