Grünbichler: Mittelstand schafft das!

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Grünbichler: Mittelstand schafft das!

Wolfgang Grünbichler von ELOTECH ist ein vielseitig anerkannter Top-Techniker, Vollblut-Unternehmer und gefragter Praktiker am Bau-, Digital- und Alternativ-Energiemarkt. Was sein Interview hier so einmalig macht? Dass er im Rahmen unserer Serie „CORONA: SO BEWÄLTIGT DER MITTELSTAND DIE KRISE” unsere 4 Fragen mit so vielen praktischen Einblicken in seine Geschäftsfelder, so konkreten Ideen und Vorschlägen für seine Branche und so seriösen politischen Botschaften an Regierung und Verwaltung beantwortet. Ein ganz wertvoller Beitrag zum Verständnis und für die zukünftige Lösung der Krise! Lobby der Mitte und Mittelstand danken und sagen Bravo! 

“Ich rechne mit einer „Schlacht“ um Aufträge … Problem ist ja, dass sich durch Übergangskredite nur kurzfristig Liquidität aufbauen lässt … ich möchte mich aus diesem “Hunderennen” raushalten.” 

“Meine Strategie setzt auf alternative Energieformen, Smarte Konzepte für die Gemeinden der Zukunft, Elektromobilität und Big Data.”

  1. Wie geht es Ihnen jetzt? Welche Probleme sind Ihnen durch die Corona-Krise entstanden?

Wir sind als Elektroinstallationsbetrieb in der Situation, dass wir ja eigentlich arbeiten dürfen, aber das ist in der täglichen Anwendung momentan einfach unmöglich. Dadurch sind wir auch gezwungen auf Kurzarbeit bzw. Urlaubsabbau umzustellen. Leider muss man sagen, dass es ewig lange gedauert hat, bis sich die Sozialpartner und Regierung auf eine Lösung verständigt haben. Die Umsetzung wird allerdings sehr schwierig und gestaltet sich als extrem aufwendig , Zeit- und Geldintensiv. Wie sich die Bauwirtschaft weiter verhalten wird ist definitiv unklar, weil manche Bauunternehmen und Auftraggeber die Baustellen geschlossen halten, andere wiederum den Betrieb ganz normal fortsetzen. Einheitliche Lösungen sind deshalb in unserem Unternehmen schon sehr schwer zu finden. Unklar sind zum Teil auch die vertraglichen Auswirkungen auf Pönalen und Bauzeitenpläne, die sich durch diese Umstände komplett verändern werden. Für manche Betriebe wird diese Situation nach Ende der Krise noch nicht ausgestanden sein.

2. Was ist jetzt Ihre spezifische unternehmerische Strategie mit der Corona-Krise umzugehen um nachher möglichst gestärkt daraus hervorzugehen ?

Wir haben uns in den letzten beiden Jahren schon begonnen zu transformieren. In unserem Programm ELOTECH 2.0 arbeiten wir an neuen Projekten die uns grundlegend von anderen in unserer Branche unterscheiden. Unsere Strategien haben eine ganz klare Ausrichtung: alternative Energieformen, Smarte Konzepte für die Gemeinden der Zukunft, Elektromobilität und Big Data. Diese Themen werden unsere Zukunft bestimmen! Nachdem ja nun meiner Ansicht nach kein Stein auf dem anderen bleiben kann und auch wird, beschleunigen wir hier unsere Prozesse um nach der Krise, mit vollem Fokus auf diese Themen, durchstarten zu können. Es gibt hier natürlich gewisse „Halbwertszeiten“ die eine vernünftige Umstellung beinhalten, denn gerade nach der Krise muss man genau darauf achten die Finanzen innerhalb des Unternehmens wieder gerade zu richten. Alles andere wäre meiner Meinung nach Selbstmord. Es wird sich auch die Marktwirtschaft verändern, denn diese punktgenauen Abwicklungen, speziell im Industrie und Produktionsbereich, werden sich die Unternehmen in Zukunft nicht mehr leisten können und auch nicht wollen. Eine vernünftige Lagerhaltung wird vielleicht in Zukunft gewisse Prozesse sogar wieder beschleunigen können. Wir als Unternehmen machen auf gar keine Fall einen Schritt zurück, denn die Zeit nach der Krise wird noch sehr schwierig. Es ist noch nicht abzusehen ob die Aufträge, die als Ausschreibung momentan schon am Markt sind, umgesetzt werden. Deshalb rechne ich mit einer „Schlacht“ um Aufträge wie wir sie schon öfter erlebt haben. Das Problem ist ja, dass sich durch Übergangskredite natürlich nur kurzfristig Liquidität aufbauen lässt, denn die Rückzahlungen müssen ja trotzdem getätigt werden – eine betriebliche Auslastung muss da natürlich gewährleistet sein. Ich möchte mich aus diesem Hunderennen raushalten können.

3. Wie kann sich der österr. Mittelstand (EPU, KMU, Fam. betriebe, Freiberufler) generell wieder aufrichten und auch über sich hinauswachsen?

Wir als Österreicher haben ja einen riesen Vorteil gegenüber anderen. Durch unsere oft typischen „österreichischen Lösungen“ können wir improvisieren und sind durch manchmal unkonventionelle Lösungen schneller wieder am Markt. Der österreichische Unternehmergeist, wie er so oft beschrieben wird, ist ein Garant dafür, dass wir durch Fleiß und Engagement in kurzer Zeit wieder dort sind wo wir waren. Ich sehe auch sehr viele Chancen für die verschiedensten Berufsgruppen. Es wird entscheidend sein, dass man nicht zur Tagesordnung übergeht, sondern das eigene Business überdenkt und sich die Frage stellt ob ein Strukturwandel vielleicht doch mehr Chancen bringt. Gerade in dieser Zeit bekomme ich selber hautnah mit wie Betriebe erfinderisch werden und ihre Produkte und Dienstleistungen auf oft unkonventionellen Wegen anbieten und  dadurch auch noch vielen Menschen helfen ihr Leben zu erleichtern. Momentan wächst das Bewusstsein, dass regionale Marktwirtschaft für unser Leben viel wichtiger ist als irgendein Versandgroßhandel der weder Arbeitsplätze in der Region schafft, noch das gesellschaftliche Leben unterstützt. Gerade das wird noch ein großes Thema. Viele Vereine stehen nach dieser Krise auch vor den Scherben ihres Daseins. Die regionale Wirtschaft geht oft Hand in Hand mit Vereinen und Institutionen. Deshalb wird es entscheidend sein, dass sich wir alle uns als Konsumenten besinnen und der regionalen Wirtschaft den Vorzug geben. Dann wird sich auch dieses dringend notwendige Gleichgewicht wieder herstellen.

4. Was ist das Wichtigste, das die Regierung und die öffentliche Hand dazu beitragen sollten?

Die Politik betreibt meiner Ansicht nach ein sehr gutes Krisenmanagement. Die täglichen Pressekonferenzen geben ein gutes Gefühl zu wissen was passiert. Auch die klare und strukturierten Anweisungen und Aussagen helfen in dieser schwierigen Zeit Vertrauen und Sicherheit aufzubauen. Zu den Hilfsmaßnahmen für die Wirtschaft kann man geteilter Meinung sein. Bei manchen Maßnahmen wäre eine schnellere Lösung sicher zu begrüßen, denn die Kurzarbeit macht natürlich nur dann Sinn, wenn es schnell geht – um die Liquidität zu erhalten. Ein wichtiger Aspekt ist aber auch die Zeit nach der Krise. Viele Branchen werden ihre Arbeit nur dann wieder aufnehmen können, wenn auch entsprechende Aufträge und Projekte am Markt sind. Da gilt es auf jeden Fall ein Auge darauf zu halten, dass die Investitionsfreude nicht getrübt ist. Ein Konjunkturpaket wird notwendig sein – und da reden wir wahrscheinlich nochmals von einigen Milliarden, die in die Hand genommen werden müssen.

Wolfgang Grünbichler

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KONTAKT:
Wolfgang Grünbichler
Geschäftsführer ELOTECH GmbH & Co KG
Marbach 28
A-3204 Kirchberg an der Pielach
Web: www.elotech.eu
Mail: office@elotech.co.at
Telefon: +43 2722 20243-0

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