Ölzant: Mittelstand schafft das!

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Ölzant: Mittelstand schafft das!

Sie ist eine eigentlich immer lustige, zur Zeit aber auch etwas verärgerte, fast zornige Erfinderin, Unternehmerin, Globetrotterin und Golfshop-Eigentümerin:  Eveline Ölzant von DIE GOLFLADY schreibt sich hier im 4-Fragen-Interview in unserer Serie „CORONA: SO BEWÄLTIGT DER MITTELSTAND DIE KRISE” ihre Erkenntnisse und ihren Frust über Fehlentwicklungen mit auch ein paar sehr deutlichen Hinweisen an die Regierung von der Seele: 

“AMAZON ist der einzige Profiteur in dieser Krise, obwohl er seine Mitarbeiter SCHLECHT behandelt und KEINE STEUERN zahlt, ist das wirklich ein Vorbild?

  1. Wie geht es Ihnen jetzt? Welche Probleme sind durch Corona bei Ihnen im Unternehmen entstanden?

Mein Unternehmen betrifft Produkte für den Golfsport, der seit 13.03.2020 eingestellt ist, auch ein Onlineshop ist für mich in der jetzigen Zeit nicht gut geeignet, denn wenn keiner GOLFEN darf, braucht man auch nicht meine Produkte.

  1. Was ist jetzt Ihre spezifische unternehmerische Strategie mit der Corona-Krise umzugehen um nachher möglichst gestärkt daraus hervorzugehen?

Jetzt nütze ich die Zeit um mir Gedanken zu machen, wie es nach der Krise weitergeht und ob es in meinem Fall überhaupt noch weitergehen soll und muss, aber ganz ohne Umsätze muss jedes Unternehmen über kurz oder lang die Rollbalken herunterlassen, aber noch hoffe ich, dass die Regierung – die bisher auch einiges richtig gemacht hat – ihren “sogenannten” Experten verordnet, auch den ganz normalen Hausverstand einmal einzuschalten – siehe Punkt 4.!

Eines ist das aller WICHTIGSTE: aus rein wirtschaftlichen Gründen darf kein Mensch sterben und dafür muss alles erdenkliche getan werden, wie die Schutzausrüstung für alle, die jetzt unser Überleben im wahrsten Sinn des Wortes aufrecht halten.

  1. Wie kann sich der österr. Mittelstand (EPU, KMU, Fam.betriebe, Freiberufler) generell wieder aufrichten und auch über sich hinauswachsen?

Bei dieser Frage würde ich das „über sich hinauswachsen“ auf der rein wirtschaftlichen Basis auch in Frage stellen, wichtiger wäre es doch MENSCHLICH über sich hinauswachsen, in dem man die Entlohnung und Behandlung der Mitarbeiter überdenkt, die Margen der Produkte nachrechnet, etc.

Nach der Krise unsere heimischen UnternehmerInnen unterstützen und deren Waren schätzen.

AMAZON ist der einzige Profiteur – geldmäßig – in dieser Krise, obwohl er seine Mitarbeiter SCHLECHT behandelt und KEINE STEUERN zahlt, ist das wirklich ein Vorbild für „REICHTUM“? Ich kann mit ruhigem Gewissen diese Aussage treffen, denn ich habe noch NIE ein Produkt dort gekauft, denn diese Praktiken lehne ich zu tiefst ab.

  1. Was ist das Wichtigste, das die Regierung und die öffentliche Hand dazu beitragen sollten?

Die öffentliche Hand (Regierung) sollte den gesunden Hausverstand anwenden und nach kaufmännischen Gesichtspunkten den EPU’s, den Kleinunternehmern, etc., also dem Mittelstand mit folgenden einfachen Maßnahmen die Zukunftsangst nehmen und zwar:

Vorauszahlungsbescheid vom Finanzamt lautet:

Vorjahresumsatz +9%, genau das könnte doch die Regierung auch machen, nur halt in umgekehrter Reihenfolge, also den Betrag den Unternehmen überweisen, somit bräuchte man fast keine Kurzarbeit, denn mit dem Umsatz werden ja auch Personalkosten bezahlt.

Der Monatsumsatz im Handel beträgt ca. 2,5 Mrd € und für die Gastronomie ca. 1,0 Mrd. € – wenn man das hochrechnet auf die 38 Mrd. €, könnte die Regierung defacto ca. 10 Monate das System finanzieren. Da bräuchten die Mittelstands-Unternehmen keine Bittsteller beim Staat und auch nicht bei den Banken sein, denn so gerne gehen die Banken kein Risiko – auch nicht nur 20% – ein, das sieht man doch, oder?

Der Lebensmittelhandel und die Apotheken – insbesondere Apotheken, die verlangen für selbstgemachtes Desinfektionsmittel „Apothekerpreise“ und das sollte schleunigst unter Verwaltungsstrafe für „Wucher“ stehen –  sollten nicht mit einer Notsituation, auf die keiner vorbereitet sein konnte, jetzt Geld verdienen. Das ist aus meiner Sicht schlichtweg zu tiefst UNFAIR und FAIRNESS sollte wieder ein nicht bezahlbares Gut werden, das ist in den letzten Jahren und vielleicht Jahrzehnten durch die „GewinnMAXImierung“ verloren gegangen.

Zum Abschluss möchte ich mich bei allen Personen, die jetzt so unermüdlich für uns da sind, von ganzem Herzen bedanken und ich möchte gleichzeitig darauf hinweisen, wer wirklich WICHTIG ist, sieht man erst jetzt in der Krise und das sollte auch einmal die Gesellschaft schätzen lernen.  

Ich wünsche mir, dass diese Krise dazu führt, dass mehr der Mensch zählt als das Bankkonto. Denn wo sind die Super-Reichen jetzt mit ihren Privatjets und Giga-Yachten, die könnten doch auch Schutzmaterial transportieren oder Pflegekräfte einfliegen, oder?

Mit golferischen Grüßen

Eveline Ölzant

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