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Die gute Nachricht im Sommer: Neugründungen steigen, Insolvenzen fallen

Der unternehmerische Mittelstand stellt gerade wieder einmal seine Resilienz und seine Gründungs- und Innovationsfreude unter Beweis. Obwohl ihn die Regierung dabei viel zu wenig unterstützt. Lobby der Mitte freut sich dennoch darüber und stellt hier zwei aktuelle Berichte vor. Danke an Economy und AKV:

  1. Aus dem Economy-Newsletter des Economy-Wirtschaftsmagazins bringen wir den aktuellen Artikel „Steigerung bei Neugründungen“ 
  2. In der aktuellen Presseaussendung des  AKV EUROPA Alpenländischer Kreditorenverband  wird aufgezeigt, dass die Firmeninsolvenzen im ersten Halbjahr 2026 rückläufig sind – und das wird exzellent analysiert und kommentiertAuch wenn das Neugründungen-Wachstum jetzt erst für das Jahr 2024 bekannt wurde und die sinkenden Insolvenzen im ersten Halbjahr 2026 festgestellt wurden: Wir glauben, dass beide Ereignisse aus einer Kraftquelle stammen. Wir glauben an die Kraft der Mitte, die auch in schwierigsten Zeiten das Land über Wasser hält.

EIN GROSSES BRAVO DEN UNTERNEHMERISCHEN MENSCHEN DER MITTE:
Neugründungen steigen, Insolvenzen fallen! Ihr habt Großes geleistet!

1. Ihr habt im Jahr 2024 nach den Rückschlägen aus Pandemie, Kriegen und Nicht-Mitte-gerechter Politik wieder mehr Unternehmen gegründet. Das beweist Mut, Arbeitswille und Vertrauen in die eigenen Vorstellungen. Fast 90 Prozent der Start-Ups kommen aus den Bereichen Dienstleistung und Handel und die überwiegende Mehrheit sind Klein- und Kleinstunternehmen. Dazu folgt unten gleich der sehr gut recherchierte Bericht des Economy Magazins/Newsletters 

2. Ihr habt nach 3 Rekordpleitenjahren in Folge im Bereich der eröffneten Firmeninsolvenzen im 1. Halbjahr 2026 eine leichte Entspannung herbeigeführt. Die eröffneten Firmeninsolvenzen haben österreichweit um 7,69 % auf 2.005 Verfahren abgenommen. Siehe Bericht 2. unten.

Das ist jetzt kein Lob, das sind keine Jubelmeldungen über die Leistung der Regierung, aber eine gewisse Erleichterung, dass die Wirtschaft und insbesondere der unternehmerische Mittelstand gerade wieder einmal ihre Resilienz und Innovationsfreude unter Beweis gestellt haben. Trotz der Benachteiligungen für den Großteil der Betriebe durch Steuerungerechtigkeit (Konzerne & Superreiche zahlen fast ungehindert weiterhin viel zu wenig Steuern), unverhältnismäßiger Bürokratie und schlechterem Zugang zu Kapital und Personal gibt es sowohl bei den Neugründungen als auch bei den Insolvenzen ein kleines Durchatmen. Was – das muss dazu gesagt werden – wieder ins Negative fallen wird, wenn wir in Österreich nicht

  • endlich Einsparungen im Staatsapparat, strukturelle Reformen in Föderalismus, Gesundheitswesen und Bildung schaffen,
  • endlich Steuergerechtigkeit für Leistungsträger/KMU/Innovatoren/Investoren/Steuerzahler gegenüber Konzernen und Superreichen erreichen sowie
  • endlich eine Hinaufsetzung des Pensionsalters, Abbau der unnötigen Bürokratie und Fairness in der Geldwirtschaft durchsetzen


zu 1. Bericht des Economy-Magazins/Newsletters:

Exakt 39.554 neue Betriebe wurden laut Statistik Austria im Jahr 2024 in Österreich gegründet. Das ist eine Steigerung um rund fünf Prozent gegenüber 2023 als Vorjahr. Für das Jahr 2025 liegen noch keine exakten Zahlen vor. Die Neugründungsrate als Anteil der Neugründungen in Relation zu den insgesamt im Markt aktiven Unternehmen lag im Vergleich zu 2023 nahezu unverändert bei etwas über sechs Prozent (Anm. 6,3 Prozent). Mehr als ein Drittel (36,4) der fünf Jahre zuvor gegründeten Unternehmen war 2024 noch aktiv.

83 Prozent der Neugründungen ohne unselbständige Beschäftigte

„Die Gründungsdynamik in Österreich ist weiterhin hoch. Wie bereits in den Jahren zuvor, entfiel mit knapp neunzig Prozent der Großteil der Firmengründungen auf den Dienstleistungsbereich und da insbesondere auf den Handel. Die höchste Überlebensrate verzeichneten Betriebe im produzierenden Bereich, hier war mehr als jedes 2. Unternehmen auch fünf Jahre nach der Gründung noch aktiv“, erläutert Manuela Lenk, fachstatistische Generaldirektorin von Statistik Austria.

Pro Unternehmensgründung im Jahr 2024 entstanden im Durchschnitt 1,2 Arbeitsplätze. Im produzierenden Bereich wurden je Neugründung mit im Schnitt 1,4 Beschäftigten mehr Arbeitsplätze geschaffen als in den Branchen Dienstleistung und Handel mit im Schnitt 1,2 Mitarbeitenden. Die Mehrheit der Neugründungen mit rund 83 Prozent waren zudem Betriebe ohne unselbständig Beschäftigte.

Fünf Jahre als Messlatte der Überlebensrate

Fast neunzig Prozent (89,1) der betrieblichen Neugründungen erfolgten im Handel (6.280), bei den freiberuflichen/technischen Dienstleistungen (5.991) und bei den sonstigen Dienstleistungen (3.843). Die höchsten Neugründungsraten wiederum wiesen sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen (10 Prozent), Erziehung und Unterricht (9,3), Verkehr (9,2), sonstige Dienstleistungen (8,8) sowie der Bereich Information und Kommunikation (8 Prozent) auf. Am niedrigsten waren die Anteile neu gegründeter Unternehmen in den Bereichen Finanz- und Versicherungsdienstleistungen (3,7), bei Wasserversorgung und Abfallentsorgung (1,3) und im Bergbau (1,5 Prozent). 

Die Überlebensrate der Unternehmen eines Gründungsjahrgangs sinken von Jahr zu Jahr. Von den 2019 neu gegründeten Betrieben waren ein Jahr später noch 83 Prozent aktiv, fünf Jahre später waren es 36 Prozent. Im produzierenden Bereich war diese 5‑Jahres-Frist von 2019 auf 2024 mit 54 Prozent deutlich höher als in den Bereiche Dienstleistung und Handel mit 34 Prozent. Nach Wirtschaftsbereichen betrachtet waren die 5‑Jahres-Überlebensraten in der Wasserversorgung und Abfallentsorgung (66 Prozent), im Grundstücks- und Wohnungswesen (62), in der Energieversorgung (60), im Bau (54), in der Herstellung von Waren (53) und im Bergbau (50 Prozent) am höchsten. (red/cc)

zu 2. Bericht des AKV über die Insolvenz-Entwicklung im ersten Halbjahr 2026:

AKV-INSOLVENZSTATISTIK 1. HALBJAHR 2026 – SCHLAGZEILEN zu den FIRMENINSOLVENZEN

Nach 3 Rekordpleitenjahren in Folge im Bereich der eröffneten Firmeninsolvenzen ist im 1. Halbjahr 2026 eine leichte Entspannung
erkennbar. Die eröffneten Firmeninsolvenzen haben österreichweit um 7,69 %auf 2.005 Verfahren abgenommen.

Dies bedeutet, dass im Monatsdurchschnitt 334 Firmeninsolvenzen eröffnet wurden und wöchentlich 77 Unternehmen in Österreich
insolvent wurden.

Abweichend zum Bundestrend gibt es lediglich in Vorarlberg (+ 51,11 %) und in der Steiermark (+ 12,79 %) eine Zunahme der eröffneten Firmeninsolvenzen.

57,11 % der eröffneten Firmeninsolvenzen wurden über Gläubigeranträge eröffnet.

Sorgen bereitet dem AKV der Anstieg der Verfahrensabweisungsbeschlüsse mangels Masse, welche um 15,42 % zugenommen haben.

Durch den drastischen Anstieg der Insolvenzabweisungsbeschlüsse liegen die 3.659 Gesamtinsolvenzen (Eröffnungen + Abweisungen) um 1,50 % überdem Vorjahreswert.

Durch den Zusammenbruch zahlreicher Immobilienkonzerne haben die Gesamtpassiva in den letzten 3 Jahren Rekordwerte bis zu EUR 22,3 Mrd. (2024) erreicht.

Die Anzahl und die Größe von insolventen Unternehmen im Bereich der Immobilienentwicklung haben abgenommen, so dass sich auch
die Gesamtpassiva im 1. Halbjahr 2026 auf EUR 4,64 Mrd. reduzierten.

Die nach Passiva größte Insolvenz im 1. Halbjahr 2026 ist jene der Laura Privatstiftung mit EUR 1,7 Mrd.

Die durch Insolvenzen gefährdeten Arbeitsplätze haben um 5,09 % zugenommen, sodass im 1. Halbjahr 2026 7.951 Arbeitnehmer in
insolventen Betrieben beschäftigt waren. Die meisten Dienstnehmer waren in Produktionsbetrieben
beschäftigt, nämlich 361 bei der WOLLSDORF LEDER SCHMIDT & Co. Ges.m.b.H. und 319 bei der EITEK GmbH.

Im Bereich der Firmeninsolvenzen musste der AKV zudem feststellen, dass Unternehmungen vermehrt die Mittel für eine Weiterführung und für die Finanzierung eines Sanierungsplansfehlen.

So ist auch der Anteil der mit Sanierungsplan aufgehobenen Verfahren von 25,98 % um ein Fünftel auf 20,95 % gesunken.

Die meisten Insolvenzen hatte das Baugewerbe (471) zu verzeichnen, gefolgt vom Handel (460) und der Gastronomie (368).

Die höchsten Passiva mit EUR 1,92 Mrd. waren in der Branche der Finanzdienstleistungen zu verzeichnen, gefolgt vom Grundstücks-
und Wohnungswesen mit EUR 837,73 Mio.

Der AKV rechnet mit keiner kurzfristigen Trendumkehr am Insolvenzsektor, so dass auf Grund der schwachen
Konjunkturentwicklung heuer mehr als 7.300 Gesamtinsolvenzen erwartet werden.

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Mag. Wolfgang Lusak ist Obmann der unabhängigen „Lobby der Mitte“ und Lobby-Coach für Innovationsprojekte. In seiner Erzählung „Mein Herz schlägt in der Mitte“ legt er ein Fünf-Punkte-Programm für die „Gesellschaft der Mitte“ vor

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