Wem dienen die „Nachrichten in einfacher Sprache“ wirklich?

Neuer Lusak-Kurz-Kommentar zu der aus Sicht der Lobby der Mitte zunehmend ideologischen Zweckgebundenheit vieler aktueller künstlerischer Werke und Botschaften

Wem dienen die „Nachrichten in einfacher Sprache“ wirklich?

Zuerst habe ich gedacht, das ist so ein Versuch, der sich nicht halten wird. Er wurde zur Dauereinrichtung.

Der ORF will damit offensichtlich seinen Auftrag als barrierefreies Medium erfüllen und „Menschen mit Lern-Behinderungen, aber auch vielen älteren Personen und Menschen mit geringen Deutsch-Kenntnissen“ dazu verhelfen, Nachrichten besser zu verstehen. Ich kann mir vorstellen, dass das bei Teilen der Zielgruppe als gute Einstiegshilfe fürs Radiohören und Fernsehen dient. Vielleicht sind aber auch manche dieser Zielgruppe ein wenig verärgert, weil sie sich mit ihrem Integrationsbedürfnis in der Sprache Deutsch schon gut zurechtfinden und sich durch diese Nachrichten pauschal diskriminiert empfinden. Von vielen höre ich, dass sie das auch als eine Belästigung, einen Beitrag zur Nivellierung unserer Sprache auf niederem Niveau wahrnehmen.

Ich versuche abzuwägen. Ist es eine freundliche, angenehme Erleichterung für Menschen mit Verständnis-Problemen und Deutsch-Defiziten? Zweifellos. Aber ist es nicht auch eine Stigmatisierung von Randgruppen, ein geistiges Ghetto für Nachzügler? Ist es eine weitere öffentliche Untergrabung der Qualität des Deutschen, eine „Verflachung“ der Information, eine Verzerrung von Inhalten zugunsten der Verständlichkeit und damit auch ein Tor für Manipulation? Es ist letztlich ein Verlust an Tiefe und Schönheit der Sprache. Es ist ein öffentliches Eingeständnis für das allgemein sinkende Bildungsniveau.

Sozialdemokratie mit sinkender Wählerzustimmung bestraft

In den „Nachrichten in einfacher Sprache“ kann man einen der vielen Versuche erkennen, die Mehrheitsgesellschaft und vor allem der Mitte der Gesellschaft durch eine an Minderheiten orientierte „political correctness“ zu bevormunden. Diese Nachrichten sind sicher nicht das bedeutsamste Beispiel für linkspopulistische Einflüsse in öffentlichen Medien. Aber sie sind typisch dafür. Weil sie ein Thema aufgreifen, das als im Einklang mit linken Werten angesehen wird und einen dementsprechenden Kontext zu Machtverhältnissen, Ungleichheiten und Benachteiligungen aufweist. Oft auch mit Widersprüchen behaftet, wenn man an den linksorientierten Feminismus denkt, der über die wachsende Gewalt gegen Frauen klagt und gleichzeitig für das Kopftuchtragen agiert. Genau für solche Sachen wird und wurde die dahinter stehende,  Sozialdemokratie mit sinkender Wählerzustimmung bestraft.

„Wer sich ständig an Minderheiten orientiert, wird letztlich selbst zu einer“, das schrieb ich am 15.1.2018 in einem Gastkommentar im KURIER über den kommenden Abstieg der Linkspopulisten . Damals lag die SPÖ bei cirka 27%, heute bei 18%. Das Schielen auf von außen hinzukommende Wählerstimmen zuungunsten der bestehenden Stammwählerschaft zahlt sich nicht aus. Die „Nachrichten in einfacher Sprache“ dienen Menschen mit Verständnis-Problemen und Deutsch-Defiziten, sie stören aber die Sprachkultur, bestätigen das sinkende Bildungsniveau und belohnen die ideologisch agierenden Initiatoren nicht.

P.S.: Ich schreibe meine Kommentare aus Sicht der Mitte, die immer versucht eine Balance zwischen Links und Rechts, Arm und Reich, Jung und Alt zu halten.

 

Mag. Wolfgang Lusak ist Obmann der unabhängigen „Lobby der Mitte“ und Lobby-Coach für Innovationsprojekte. In seiner Erzählung „Mein Herz schlägt in der Mitte“ www.herzindermitte.at  legt er ein Fünf-Punkte-Programm für die „Gesellschaft der Mitte“ vor

 

Dazu passende Artikel: