Ich kenne ihn jetzt erst ein Jahr, aber er hat mich sofort beeindruckt. Auch wenn wir in manchem nicht ganz einer Meinung sind, ist der 4future.foundation-Chef Werner Illsinger ein wertvoller Diskussions- partner, hoch geschätzter Freund und aktiver LdM-Follower geworden. Ein Unternehmer und Wissenschaftler, wie Europa ihn braucht.
Diesmal möchte ich über eines seiner großen Kernthemen und Foundation-Ziele berichten, seine Lösungen für die Erreichung einer „digitalen Souveränität“ für Europa, die er kürzlich auch mit großem Applaus bei der Akademie der Wissenschaften präsentiert hat:
4future.foundation-Chef Werner Illsinger:
Der Mann, der Europa digitale unabhängig machen will
ERSTENS ist er drauf und dran gemeinsam mit Experten seiner 4future.foundation zwei wegweisende Produkte (oder soll ich sagen Apps oder Plattform oder Betriebssysteme oder Cloud Services für alle Arten von Computer?) auf den Markt zu bringen:
- 4future.one „Your Digital Workbase“
- 4future.cloud “Die österreichische Cloud Plattform“
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1. 4future.one „Your Digital Workbase“ https://4future.one
Das ist eine Europäische Alternative zu MS Office365 oder Google Workplace. Illsinger garantiert, dass dieses Produkt in fast allen Facetten MS Office365 gleichzusetzen und weitestgehend kompatibel ist und gleichzeitig in keinerlei Verbindung zu nicht originär europäischen Plattformen und damit sicher vor jeder Art von Zugriff durch ausländische Regierungen. Er beschreibt sie mit den Worten: „Your Digital Workbase. Digital produktiv. Digital unabhängig. Dort wo Arbeit stattfindet. Alles an einem Ort. Gemeinsam unabhängig. Für alle, die digital arbeiten und kommunizieren. Für eine souveräne Zukunft in Europa.“
Mit digitaler Unabhängigkeit und Souveränität meint er in erster Linie Schutz vor dem CLOUD Act (Clarifying Lawful Overseas Use of Data Act) in den USA, es besteht aber auch die Gefahr von Zugriffen durch chinesische und andere Regierungen, die weltweit ähnliche Dienste anbieten. Der CLOUD Act verpflichtet US-amerikanische Tech-Giganten dazu, US-Behörden Zugriff auf Nutzerdaten zu gewähren, selbst dann, wenn sich die entsprechenden Server physisch außerhalb der Vereinigten Staaten – beispielsweise in der Europäischen Union – befinden. Die beiden Plattformen von Microsoft und Google haben rund 95% Marktanteil im Bereich der Zusammenarbeitsplattformen und damit eine monopolartige Dominanz. Was einen wesentlicher Teil der digitalen Unfreiheit und Abhängigkeit Europas ausmacht, daraus drohen Preisdominanz, Erpressbarkeit und schwere Unterwerfung zu entstehen.
Im Moment ist sein 4future.one mit MS Office365 oder Google Workplace weitestgehend kompatibel, aber nicht ganz, es gibt ab und zu willkürliche Veränderungen durch die beiden. Das liegt daran, dass sie die eigenen mit der EU ausgehandelten Normen bewusst nicht einhalten. Die Vermutung liegt nahe, dass Microsoft – eigentlich illegal und gegen die Vereinbarung – immer wieder mal Unterschiede zur Norm konstruiert, um Konkurrenten, z.B. aus Europa, das Leben zu erschweren. Für dieses Problem hat Illsinger aber eine Antwort, sie lautet Policy Brief an die EU – siehe unten.
Der aktuelle Unterschied zu anderen Angeboten ist laut Illsinger vor allem, dass sich ein Benutzer nur einmal anmelden muss und dann alle Dienste nutzen kann. Das nennt er 4future.id.
4future.foundation bietet auch klassisches Webhosting (Webseiten und E-Mail) an. Der größte Mitbewerber in Österreich ist dazu World4you. World4you wurde mittlerweile von Ionos gekauft – und Ionos gehört United Internet (ein deutscher Konzern). Der Konzern hat auch Niederlassungen in den USA.
2. 4future.cloud – die österreichische Cloud Plattform https://4future.digital/4future-cloud/vps/
Es soll die österreichisch-europäische Alternative zu Amazon Web Services und Microsoft Azure sein. Sie soll auch bis zu 80% günstiger als die beiden Plattformen und kein Risiko bei Datenschutz und extraterritorealem Zugriff sein.
Beim diesem Produkt gibt allerdings auch europäische Alternativen. Der größte Mitbewerber ist hier Hetzner: Hetzner ist ein Deutsches Unternehmen. Es hat allerdings auch Rechenzentren in den USA und Singapur. Hetzner wurde gefragt, ob US-Administratoren Zugriff auf ihre Deutschen Rechenzentren haben – darauf wurde nur eine ausweichende Antwort gegeben. Es ist also unklar, ob dies der Fall ist.
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ZWEITENS bereitet er gemeinsam mit Experten seiner 4future.foundation den oben angekündigten „Policy Brief an die EU“ vor: Damit will er erreichen, dass sich z.B. Microsoft an die eigenen, mit der EU vereinbarten Normen hält. Damit könnten europäische Lösungen/Angebote wie z.B. 4future.one und 4future.cloud in eine faire Konkurrenz zu den monopolistischen US-Digital-Giganten treten.
Microsoft und Google halten laut Illsinger gemeinsam rund 95 % des Office-Marktes. Ein Umstieg auf alternative Lösungen, also z.B. europäische Mitbewerber, würde derzeit fast immer an der Dokumentenkompatibilität scheitern.
Illsinger erklärt: „Der Standard ISO/IEC 29500 definiert das Microsoft-Dokumentenformat – allerdings hält sich Microsoft selbst nicht konsequent daran („in transition“). Dadurch ist es aktuell praktisch unmöglich, eine Lösung zu entwickeln, die 100 % kompatibel ist. Was Europa künstlich und unfair auf Distanz hält. Unser Ansatz ist daher klar: Kompatibilität zum Standard als Anforderung in der öffentlichen Beschaffung festzuschreiben. Microsoft hatte ursprünglich den Standard gewünscht – es ist nur fair, auch von ihnen die Einhaltung zu erwarten.“
Illsinger hofft darauf, dass Austrian Standards als Partner diesen Ansatz unterstützt, etwa durch Beratung bei der Definition von Testkriterien oder die Durchführung einer Zertifizierung, die die praktische Einhaltung von ISO/IEC 29500 (strict) nachweist. Deren Expertise wäre entscheidend, um überprüfbare Interoperabilität zu schaffen und die Umsetzung in der öffentlichen Beschaffung zu ermöglichen.
Nebenbei bemerkt er, dass „wir gerade mit KI in eine ähnliche Problematik laufen. Kurz gesagt: KI verschärft den Lock-in-Effekt, weil Plattformen nicht nur Inhalte speichern, sondern sie aktiv interpretieren und Arbeitsprozesse automatisieren – und diese Intelligenz ist aktuell nicht standardisiert und nicht portabel.“
Eine Standardisierung wäre laut Illsinger nötig, um:
- Semantische Modelle und KI-Agenten interoperabel zu machen.
- APIs, Metadaten und Workflowlogik plattformübergreifend vergleichbar und überprüfbar zu gestalten.
- Wechselbarkeit und Souveränität für europäische Organisationen sicherzustellen.
Kurz: „Ohne überprüfbare Standards für KI-Ebenen bleibt die digitale Souveränität stark eingeschränkt, weil Organisationen in proprietäre Plattformlogiken eingebunden bleiben.“
Illsinger lädt alle Interessierten und Engagierten Unternehmen, Wissenschaftsbetriebe und Verbände ein, bei dem Projekt „Policy Brief“ mitzuwirken. Er würde über „ein Feedback freuen, das technische Präzision, Verständlichkeit, möglichen Ergänzungen und politische Durchsetzung betrifft.“
Hier noch eine ausführlichere Fassung des Policy Briefs von Werner Illsinger: Digital-Standards-v1-summary.pdf
Werner Illsinger Kontaktdaten:
Werner ist Unternehmens- und Organisationsberater, Wirtschaftspsychologe und Digitalisierungs-Experte mit Schwerpunkt auf Strategie und Leadership. Er verfügt über mehr als 30 Jahre Erfahrung in der IT, davon 18 Jahre in internationalen Führungsrollen bei Microsoft sowie als Geschäftsführer einer Bankentochter und als Lehrender an der FH Kärnten. Sein Fokus liegt auf der Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Wirtschaft, insbesondere im Spannungsfeld von Digitalisierung, Organisation, Führung und Innovation.
Telefon: +43 664 7996221 – E-Mail: werneri@4future.business
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