Neuer Lusak Gastkommentar über die doch etwas überraschende politische Wende in den USA. Fotos von Präsident Trump von „Library of Congress Free to Use and Reuse“
Was für Auswirkungen hat die Wahlniederlage von Trump für den unternehmerischen Mittelstand und die KMU Europas?
Die Machtverschiebung im US-Kongress nach den Zwischenwahlen (Midterms) 2026 hat direkte, handfeste Folgen für den unternehmerischen Mittelstand und die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) in Europa.
Da der Mittelstand weniger finanzielle Puffer und Flexibilität besitzt als multinationale Großkonzerne, treffen ihn transatlantische Unsicherheiten besonders stark.
Da der Mittelstand weniger finanzielle Puffer und Flexibilität besitzt als multinationale Großkonzerne, treffen ihn transatlantische Unsicherheiten besonders stark.
.
Die fünf wichtigsten Auswirkungen im Überblick:
.
1. Zollpolitik und das Risiko von Präsidialdekreten
-
- Vorteil: Durch die Mehrheit der Demokraten im Kongress ist die Gefahr von umfassenden, gesetzlich verankerten Pauschalwährungs- oder Importzöllen auf europäische Waren gesunken. Dies bringt kurzfristig psychologische Erleichterung an den europäischen Märkten. Ein wenig mehr Ruhe und Berechenbarkeit am Markt.
- Aber: Keine Entwarnung für Exporteure: Der US-Präsident kann Zölle weiterhin am Kongress vorbei per Präsidialdekret verhängen. Ökonomen warnen, dass Trump aus Frust über die Wahlniederlage nun erst recht einseitige Handelsbarrieren per Dekret anweisen könnte. Für mittelständische Spezialmaschinenbauer und Zulieferer bleibt eine anhaltende Planungsunsicherheit.
2. Abkühlung der US-Konjunktur und Exportnachfrage
-
- Vorteil: Die neuen politischen Verhältnisse in USA verhindern, dass Trump weitere aggressive, wettbewerbsverzerrende Steuersenkungen für US-Konzerne durchsetzt. Das dämmt den akuten Druck auf europäische KMU ein, billiger und weniger rentabel zu verkaufen. Sie müssen ihre Produktion zwecks Steuervorteilen nicht mehr so zwingend in die USA verlagern
- Aber: Durch die demokratischen Mehrheiten im Kongress sinken die Chancen auf neue, massive US-Konjunkturprogramme. Manche Banken prognostizieren, dass sich das US-Wirtschaftswachstum dadurch deutlich auf rund 1,5 Prozent abschwächen wird. Da die USA der wichtigste Exportmarkt für den europäischen Mittelstand sind, schrumpft direkt das Auftragsfeld für europäische Zulieferer.
3. Hohe regulatorische Unsicherheit und Bürokratielast
-
- Vorteil: Die neue Pattsituation in Washington bremst Trumps Pläne, Verbraucher- und Umweltstandards im US-Markt radikal zu deregulieren. Europäische KMU, die ohnehin strengen EU-Vorgaben unterliegen, laufen dadurch weniger Gefahr, preislich von völlig unregulierten US-Wettbewerbern abgehängt zu werden.
- Aber: Nach aktuellen Erhebungen klagen bereits über die Hälfte der transatlantisch aktiven Unternehmen über massive bürokratische Handelshemmnisse. KMU müssen weiterhin viel Geld und Ressourcen in Rechtsabteilungen oder Rechtsberatungen investieren, um Lieferketten anzupassen und Zollrisiken in Verträgen abzusichern, da ein verlässliches Freihandelsabkommen in weiter Ferne bleibt.
4. Energie- und Beschaffungskosten im Euroraum
-
- Vorteil: Ein demokratisch kontrollierter Kongress verweigert Trump tendenziell die Freigabe von Mitteln für weitere unkontrollierte militärische Eskalationen im Nahen Osten. Sollte dies zu einer diplomatischen Entspannung im Konflikt mit dem Iran beitragen, könnten die Ölpreise spürbar sinken, was die Transport- und Produktionskosten für KMU senken würde.
- Aber: Solange politische Blockaden andauern, bleiben die Rohstoffmärkte hochgradig volatil. Mit einer Inflation im Euroraum, die sich hartnäckig um die 4-Prozent-Marke bewegt, leiden europäische KMU weiterhin unter immensem Margendruck. Großkonzerne können diese Kosten flexibler abfedern als der klassische Mittelstand.
5. Investitionsstau bei KI und Zukunftstechnologien
- Vorteil: KMU aus den Bereichen Green Tech (wie Windkraft und Solar) können aufatmen: Nach den Midterms legten Aktien europäischer Erneuerbarer-Energien-Entwickler deutlich zu. Es besteht wieder Hoffnung, dass US-Subventionen für klimafreundliche Technologien nicht im befürchteten Ausmaß rückgängig gemacht werden.
- Aber: Experten erwarten ein gebremstes Investitionswachstum bei Künstlicher Intelligenz und High-Tech-Infrastruktur in den USA, da parlamentarische Untersuchungen und strengere Regulierungen drohen. Europäische KMU-Zulieferer und IT-Dienstleister, die stark in US-Tech-Lieferketten eingebunden sind, müssen sich auf eine spürbare Investitionszurückhaltung ihrer amerikanischen Partner einstellen.
—————————————————————————
Dieser Artikel wurde mit der Hilfe von KI und den individuellen Recherchen des Autors erstellt.
Mag. Wolfgang Lusak
ist Unternehmensberater, Innovations- & Lobby-Coach, Obmann der Lobby der Mitte, Buchautor & Essayist; war Manager bei Unilever, Gillette und BP sowie erster GF der Österreichischen Weinmarketinggesellschaft; aktuelles Buch „Mein Herz schlägt in der Mitte“
Weitere Erkenntnisse, Überlegungen, Studien, Berichte, Forderungen und Lösungsansätze zum Thema Mitte:
- Was wir über Spaltung, Mitte und Lösung unbedingt wissen sollten
- Die 5 Programmpunkte-Vision der „Runden Gesellschaft der Mitte“ (Ausschnitt aus dem Lusak-Buch „Mein Herz schlägt in der Mitte“ www.herzindermitte.at )
- Das Konzept MITTE ist der SCHLÜSSEL
- Forderungskatalog: Das 7 Punkte Manifest der Mitte
- Kommentar „Merkt das denn wirklich keiner? MITTE ODER AUS!“
- Artikel OHNE MITTE STIRBT EUROPA
- Das Präsentations-PDF von der Lusak-Vorlesung beim Weltkongress der Psychotherapie im Juli 2025 an der SFU in Wien: DIE SCHACHFIGUREN-GESELLSCHAFT – Polarisierung zerstört, Mitte schafft Zukunft„