Fachkräftemangel bleibt größtes Risiko für KMU – EY Mittelstandsumfrage

Neuer Bericht 2026 von Ernst & Young (EY) über die größten Probleme im unternehmerischen Mittelstands

EY Mittelstandsumfrage zu Beschäftigung und Fachkräftemangel 2026

Der Fachkräftemangel in Österreich bleibt größtes Risiko für KMU, sie führen zu Umsatzeinbußen und höheren Rekrutierungskosten

Eine Pressemitteilung von Sahra Mauracher (EY)

  • Sechs von 10 Unternehmen betrachten den Fachkräftemangel als Risiko Nummer 1 für das eigene Wachstum
  • Industrie hat größte Rekrutierungsschwierigkeiten
  • Ein Viertel plant Stellenaufbau – 13 Prozent wollen allerdings Stellen streichen
  • Beschäftigungswachstum von 0,4 Prozent prognostiziert 
  • Umsatzeinbußen bei vier von zehn Unternehmen – plus sechs Prozent zum Vorjahr 
  • 30 Prozent sehen Chancen in KI zur Bekämpfung des Fachkräftemangels
  • Unternehmen in Kärnten haben die größten Probleme bei der Rekrutierung von Fachkräften – Wien die geringsten 
  • Weitere bedeutsame Gefahren sind wirtschaftlicher Abschwung (59 %), hohe Energiepreise (56 %) und Inflation (63 %)

In wirtschaftlich turbulenten Zeiten wird oft ein Blick auf den heimischen Mittelstand geworfen, um ein Stimmungsbild zu zeichnen. Während mittelständische Unternehmen bekannt für Adaption und Innovation sind, gibt es Faktoren, die Wachstum bremsen – auf Platz 1 rangiert seit Jahren der Fachkräftemangel. Sechs von zehn Unternehmen (62 %) zählen den Fachkräftemangel zu den größten Gefahren für das eigene Unternehmen, ein Drittel (34 %) hält ihn sogar für sehr gefährlich. Ein weiterhin hohes Niveau, wenn auch leicht rückläufig gegenüber dem Vorjahr (67 %).  Weitere bedeutsame Gefahren sind ein wirtschaftlicher Abschwung (59 %), hohe Energiepreise (56 %) und Inflation (63 %).

Knapp drei Viertel (72 %) der mittelständischen Betriebe haben nach eigenen Angaben Schwierigkeiten, geeignetes Personal zu finden – im Vorjahr waren es 71 Prozent. Besonders akut ist der Fachkräftemangel derzeit in der Industrie (85 %) und im Bereich Immobilien und Baugewerbe (71 %). Auch kleinere Unternehmen mit einem Umsatz von unter zehn Millionen Euro tun sich sehr schwer (41 %) bzw. schwer (38 %).

„Wenngleich es heuer eine geringe Steigerung gab, liegen die heimischen Mittelständler unter dem Durchschnitt der vergangenen zwölf Jahre (75 %). Der Anteil der Unternehmen, die die Rekrutierung von geeignetem Personal als sehr leicht bezeichnen, ist gegenüber dem Vorjahr von fünf auf aktuell neun Prozent gestiegen – das ist der höchste Wert seit Jahresbeginn 2016. Auch wenn die große Mehrheit immer noch Schwierigkeiten hat, geeignetes Fachpersonal zu finden, zeigt sich ein Aufwärtstrend, der sich in positiven Beschäftigungssignalen niederschlägt. Verhaltener Optimismus lautet die Devise – auch wenn bei jedem zweiten mittelständischen Betrieb aktuell Stellen unbesetzt sind“, so Erich Lehner, Partner und Mittelstandsexperte bei EY Österreich.

Bei der Hälfte der befragten Unternehmen (50 %) sind derzeit Stellen unbesetzt. Besonders hoch ist der Anteil der Unternehmen mit Vakanzen aktuell bei Finanz- und anderen Dienstleistern (54 %), gefolgt vom Bereich Soziales, Wissenschaft, Bildung (53 %). Am geringsten ist der Anteil an Unternehmen mit vakanten Stellen derzeit im Sektor Transport, Verkehr, Energie (33 %). Fast jedes vierte Unternehmen (23 %), bei dem aktuell Stellen unbesetzt sind, hat Vakanzen im Bereich der Produktion, 17 Prozent der Unternehmen mit Vakanzen weisen unbesetzte Stellen im Bereich Marketing, Vertrieb, Kundendienst auf. Am seltensten gibt es aktuell unbesetzte Stellen in den Bereichen Finanzen sowie Geschäftsführung/Vorstand.

Das sind Ergebnisse einer Studie der Prüfungs- und Beratungsorganisation EY, für die im August und September 2025 über 500 Verantwortliche von mittelständischen, nicht kapitalmarktorientierten Unternehmen mit 30 bis 2.000 Mitarbeiter:innen in Österreich befragt wurden. Das EY Mittelstandsbarometer erscheint seit 2008 mindestens einmal jährlich.

Pressemitteilung EY 21.1.26