Merz will CDU wieder zu einer „Volkspartei“ machen … wäre eigentlich ganz leicht …

Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz will CDU wieder zu einer „Volkspartei“ machen … wäre eigentlich ganz leicht … auch der österreichische Bundeskanzler Christian Stocker  hat mehrfach betont, die ÖVP fest als breite „Volkspartei der Mitte“ zu verankern und zu stärken

(Kommentar von Wolfgang Lusak)
Das hat der ORF 1 dazu berichtet: https://orf.at/stories/3442810/
Es wäre eigentlich ganz leicht: Siegfried Merz braucht nur eine echte und ehrliche Mitte-Politik machen, damit könnte er den Teil des unternehmerischen Mittelstands sowie der Vollzeit arbeitende Mittelschicht wiedergewinnen, der sich aus Ärger über Ignoranz, Steuer-Ausbeutung und Reformunfähigkeit von der CDU (auch etwas von der CSU und erst recht von der SPD) abgewandt haben. Die gesamte Mitte, das sind ein gutes Drittel der Bevölkerung, das tragende Kernstück des Volkes. Wieso ich zu wissen glaube, wie groß die Gruppe ist?
Weil: In Österreich hat sich aus den gleichen Gründen die Mitte von ÖVP und SPÖ abgewendet und damit deren Rückhalt in der Wählerschaft ebenso stark reduziert. In meiner letzten, repräsentativen Mittelstandsbarometer-Umfrage haben sich 36% der Bevölkerung zur Wertegemeinschaft der Mitte bekannt und gleichzeitig 34% nicht gewusst, welche der Parteien eine Mitte-Partei sein sollen. Wenn man die Politik der großen schwarz-roten Koalitionen in D und Ö vergleicht, dann erkennt man ganz deutlich, dass die Situation sehr ähnlich ist.
Jetzt gibt es nur zwei Möglichkeiten: Entweder ringen sich CDU/CSU/ÖVP (bei SPD/SPÖ erscheint das unmöglich) zu einem Wandel zu einer echten Mitte-Partei durch oder andere Parteien (neue oder bestehende) werden diese Zielgruppe „übernehmen“.
Das bedeutet für Deutschland: Merz gerät in ein noch größeres Dilemma. Wegen der Brandmauer kann er nicht mit der AfD koalieren, auch dann nicht, wenn diese klare Signale an die Mitte sendet. Bei eventuell noch möglichen Mehrheiten mit SPD, Grünen, Linken etc. kann er sicher keine Mitte-Politik machen und er führt die Partei damit endgültig in den Graben. In beiden Fällen stärkt das die AfD. Wenn die AfD die Mitte als Zielgruppe glaubhaft anspricht, sogar konsequente Mitte-Politik betreibt und dabei auch tatsächlich rechtsextreme Positionen zu rechtspopulistischen mildert, dann könnte sie die neue Volkspartei werden.
Das bedeutet für Österreich: Stocker (oder sein Nachfolger) muss – wenn ihr mit der SPÖ jetzt nicht bald große, Mitte mitdenkende Strukturreformen gelingen – ab früherem oder späterem Zerbrechen der Koalition – mit der rechtspopulistischen FPÖ in der Junior-Rolle in eine neue Koalition und Regierung. Also mit einer Partei, die bisher die Mitte eher beiläufig als konkret mit Angeboten angesprochen hat. Sollte die FPÖ wider erwarten DOCH die Mitte ins Zentrum ihres Parteiprogramms rücken, nimmt sie der ÖVP diese Kompetenz aus starker Position weg: ÖVP geht unter. Sollte die FPÖ die Mitte NICHT ins Zentrum ihres Parteiprogramms rücken, werden die Mitte-Wähler dennoch auch die ÖVP für nicht Durchsetzung ihrer Anliegen weiter abstrafen.

Merke: Nur mit der Mitte werden neue (oder erneuerte) Volksparteien entstehen.

Ich bin ziemlich sicher, die Sehnsucht nach der Mitte wird in Zeiten der Krise sogar wachsen. Mit der 11. Welle des Mittelstandsbarometers möchte ich das Anfang 2027 wieder einmal beweisen und aktualisieren.

Wolfgang Lusak
Schaut Euch dazu den Bericht von meinem letzten Rotarier-Vortrag plus PPT dazu an: ttps://www.lobbydermitte.at/2026/09/17/bericht-vom-lusak-vortrag-quo-vadis-mitte/ sowie mein 7-Punkte Manifest über die Forderungen der Mitte: https://www.lobbydermitte.at/…/das-7-punkte-manifest…/
Foto: Bundeskanzler Merz bei Regierungsklausur – Deutsche Bundesregierung/Jesco Denzel
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