Russland: Vier mögliche Strategien

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    Russland: Vier mögliche Strategien

    Wie soll ich mich gegenüber Russland angesichts des Ukraine-Krieges verhalten? Das fragen sich weiterhin viele Unternehmen und Exporteuren. Hier zeigt „die wirtschaft4 hochinteressante Strategie-Alternativen im Verhalten der westlichen Wirtschaft gegenüber Russland laut einem gut geführte und aussagestarke Interview mit Krisenkommunikations-Experte und Faculty Member der WU Executive Academy Dan Laufer. Dank und Gratulation an Dan Laufer und „die wirtschaft“-Chefredakteur Stephan_Strzyzowski!

    Russland: Vier mögliche Strategien

    Unternehmen mit Business in Russland reagieren unterschiedlich auf den Ukraine-Krieg und die Sanktionen des Westens. Der Krisenkommunikations-Experte und langjährige Faculty Member der WU Executive Academy, Dan Laufer, skizziert vier Szenarien und zeigt Kommunikationsstrategien auf. (Foto Dan Laufer © WU Executive Academy)

    Der Schock nach der russischen Invasion in der Ukraine wirkt immer noch nach. Sie hat nicht nur unglaubliches Leid der ukrainischen Zivilbevölkerung und eine Neuordnung der geopolitischen und wirtschaftlichen Machtverhältnisse auf der ganzen Welt nach sich gezogen. Von den international beschlossenen Sanktionen gegen Russland sind nicht nur Volkswirtschaften betroffen, sondern vor allem auch westliche Konzerne und Unternehmen, die seit vielen Jahren mit und in Russland Geschäfte machen.

    Wer die Wahl hat, hat auch die Qual. Aber was ist richtig, und was falsch?

    Dan Laufer ist Associate Professor für Marketing and International Business und ehemaliger Head of School an der Viktoria University of Wellington in Neuseeland. An der WU Executive Academy in Wien ist er seit vielen Jahren als Vortragender zum Thema “Crisis Communication“ in den MBA-Studiengängen aktiv. Der Experte für strategische Krisenkommunikation hilft Unternehmen dabei, in Krisen ihre Reputation zu wahren und Schadensbegrenzung zu betreiben. Doch auch er sagt: „Kommunizieren alleine reicht nicht, man muss auch die entsprechend richtigen Taten setzen“.

    Doch welche Reaktionen haben Konzerne bisher im Umgang mit dem Ukraine-Krieg gezeigt – und wie sollten sie ihre Entscheidungen am besten kommunizieren?Dan Laufer hat vier typische Szenarien identifiziert, wie westliche Unternehmen auf die wirtschaftlichen Auswirkungen des Ukraine-Krieg reagieren, und rät zu folgenden Kommunikationsstrategien:

    Strategie 1: Kompletter Rückzug aus Russland

    Alle Standorte in Russland werden geschlossen, die Mitarbeiter gekündigt. Das Unternehmen zieht sich auf unbestimmte Zeit aus Russland zurück. „Das haben viele Konzerne auch im Zuge der Sanktionen getan. Es ist aber stets die Frage, wie groß der Anteil meines Businesses in Russland war. Nicht jeder kann sich das aus der Unternehmensperspektive heraus leisten“, so Dan Laufer. Mehr als 750 von untersuchten 1000 Konzernen und Ketten hätten sich komplett aus dem Land zurückgezogen, wie eine Auflistung der Yale School of Management zeigt (siehe hier). „Unternehmen, die ihr Business vollständig in Russland gestoppt haben, wurden in der Öffentlichkeit am positivsten wahrgenommen. Zum Teil auch wegen der internationalen Sanktionen mussten sie entsprechend agieren. Sie haben wegen des Geschäftentgangs nicht nur höhere Kosten, sondern auch höhere Einnahmen, wie Jeffrey Sonnenfeld in der Washington Post mit Autorenkollegen skizzierte. Denn: Die Konzerne werden für den Exit aus Russland mit höheren Aktienkursen belohnt – so etwa bei der Société Generale geschehen. Umgekehrt müssen Unternehmen, die in Russland bleiben, mit den höchsten Kosten und großem Schaden in ihrer Reputation und Marke rechnen“, sagt Laufer mit Blick auf den Artikel.

    So sollte die Kommunikation aussehen: Er rät den betroffenen Unternehmen: „Kommunizieren Sie den Rückzug mit dem Argument, dass es im Moment keine andere Lösung für das Unternehmen gibt. Bleiben Sie aber mit den Stakeholdern und Kooperations- und Geschäftspartnern in Russland weiterhin in gutem Kontakt. Die russischen Unternehmen und einzelne Menschen können nichts für die politische Entscheidung, einen Krieg zu beginnen – und unterstützen das auch nicht unbedingt. Mit einer klaren, transparenten Argumentation für Ihre Entscheidung helfen Sie womöglich auch, das Gegenüber zu sensibilisieren.“ Wenn Standorte geschlossen und Mitarbeiter gekündigt werden, ist auch die klare Kommunikation nach innen essentiell. „Die Mitarbeiter sollten transparent, fair und früh genug informiert werden – und ihnen auch nach Möglichkeit Unterstützung angeboten werden“, so Dan Laufer.

    Dan Laufer gibt auch zu bedenken: „Nicht alle Unternehmen konnten sofort das Land verlassen, einige sind geblieben – nicht immer, weil sie es wollten.“ So gebe es mitunter „komplizierte Regularien, die einen raschen Rückzug verhindern. Franchise-Unternehmen sind beispielsweise an bestimmte Auflagen und Verträge gebunden. Ist das der Fall, so ist es wichtig, den schrittweisen Rückzug bzw. den Noch-nicht-Rückzug offen und proaktiv gegenüber den Mitarbeitern, in der Öffentlichkeit und gegenüber Kunden zu kommunizieren – auch beispielsweise mit einem Statement, das den Krieg verurteilt“, sagt Laufer. Andernfalls würde der Ruf des Unternehmens rasch beschädigt werden. „Dann heißt es, der Mitbewerber ist längst weg, und man ist immer noch da und hat offenbar keine klare Haltung gegen den Krieg und ist pro-Russland“.

    Strategie 2: Business mit Russland auf Eis legen

    Wenn der russische Markt zum wichtigen Teil des Kerngeschäfts gehört, ist es auch für westliche Unternehmen schwierig, alle Zelte abzubrechen. Dan Laufer rät: „Eine Alternative ist, das Geschäft vorläufig auf Eis zu legen.

    So sollte die Kommunikation aussehen: Auch hier ist es besonders wichtig, mit den Stakeholdern in gutem Austausch und Kontakt zu bleiben und auch hier die Entscheidung nachvollziehbar zu argumentieren – ebenso, dass die Entscheidung nichts mit der Qualität der Zusammenarbeit zu tun hat. Zudem helfen regelmäßiger Austausch und Updates dabei, nach Kriegsende womöglich wieder das Geschäft aufnehmen zu können“, so Dan Laufer.

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    Ohne Liquidität ist alles Nichts

    Wir bringen diesen sehr gut recherchierten und aussagestarken ARTIKEL Ohne Liquidität ist alles Nichts  der WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN DONAURAUM, weil er die aktuelle Situation des Mittelstands punktgenau erklärt und auch Lösungsansätze bietet. Dank und Gratulation an Chefredakteurin Marie-Theres Ehrendorffer!

    Stolperstein Liquiditätsklemme:
    Für heimische KMU ist die Durststrecke bereits sehr lang

    Müsste man den aktuellen Zustand der Wirtschaft mit einem einzelnen Wort beschreiben, wäre „Unsicherheit“ vermutlich der adäquateste Begriff dafür. Die Unternehmen stolpern von einer Krise in die nächste und die Liquidität der mittelständischen Betriebe schmilzt dahin. Die derzeitige geopolitische Lage verheißt nichts Gutes und niemand weiß, was die nächsten Wochen und Monate bringen werden.

    von Marie-Theres Ehrendorffer

    Im März hat die Industriellenvereinigung(IV) ihre bisherige Wachstumsprognosefür 2022 aufgrund des Krieges in der Ukraine bereits um einen Prozentpunkt auf 3,25 Prozent gesenkt. „Einer der beiden hauptsächlich dämpfenden Faktoren sind die fehlenden Exporte nach Russland und in die Ukraine. Das macht ungefähr die Hälfte des Effektes aus. Die andere Hälfte des Effektes kommt durch die höhere Inflation zustande. Wenn es zu einem Stopp der Energieexporteaus Russland nach Westeuropa käme, würde das gesamtwirtschaftliche Wachstum gegen null sinken, wir gerieten in eine Stagflation“, so Christian Helmenstein, Chefökonom der Industriellenvereinigung.

    „Aufschwung gestoppt“ Inflation, Lieferengpässe, internationale Konflikte und steigende Sorgen vor Liquiditätsengpässen haben die Unternehmensstimmung in Österreich deutlich eingetrübt. „Es gibt unglaubliche Unsicherheiten. Und jede Unsicherheit ist Gift für die Wirtschaft“, erklärte KSV-Chef Ricardo-José Vybiral bei der Präsentation einer Umfrage unter 1.300 Unternehmen. „Der Aufschwung wurde gestoppt.“ „Große Herausforderungen sind Preissteigerungen, die nicht eins zu eins weitergegeben werden können“, betontVybiral. Die Firmen bleiben somit auf ihren Kosten sitzen. Entspannung an der Teuerungsfront erkennt der
    Chef des Kreditschutzverbandes für heuer nicht mehr, sondern eher erst für das kommende Jahr.
    Rund 80 Prozent der Betriebe können mittel- oder langfristig wirtschaftliche Probleme
    nicht ausschließen. Laut aktuellem „Austrian Business Check“ haben neun Prozent der
    Betriebe ihre liquiden Mittel vollständig aufgebraucht und es ist unklar, wie es die kommenden Monate weitergehen wird. Zudem ist zwar für 27 Prozent der Befragten das laufende Jahr gesichert, darüber hinaus gibt es aber einige Fragezeichen. Weiters sind laut eigenen Angaben aus heutiger Sicht für 13 Prozent die Jahre 2022 und 2023 gesichert, für 32 Prozent die nächsten drei bis fünf Jahre. Insgesamt erwarten gerade einmal 19 Prozent, langfristig keine finanziellen Probleme zu bekommen. „Was die Liquidität anbelangt, ist das Glas zum Teil halbleer. Dabei gibt vor allem die Kombination aus internationalen Krisenherden, aktuellen Kostenentwicklungen und wirtschaftlichen Corona-EinschnittenAnlass zur Sorge“, berichtet Gerhard Wagner, Geschäftsführer der KSV1870 Information GmbH. Aktuell haben mit 23 Prozent der Unternehmen im Burgenland eine deutlich höhere Anzahl akute Probleme mit der eigenen Liquidität als der Rest von Österreich. Am seltensten ist Liquidität inVorarlberg mit einem Prozent und Oberösterreich mit zwei Prozent ein Problem.

    Investitionen trotz Krise
    Trotzdem haben sieben von zehn Unternehmen im Vorjahr investiert. 36 Prozent davon
    konnten ihre Vorhaben sogar zur Gänze realisieren. Zudem haben 34 Prozent in reduziertem Ausmaß investiert. In Salzburg und Vorarlberg war die Investitionsquote am stärksten
    ausgeprägt, ebenso in den Bereichen Chemie/Pharmazie mit 84 Prozent sowie in der Textilwirtschaft bzw. im IT-Bereich. Wenn es nach den Unternehmen geht, wird sich dieser Trend auch heuer fortsetzen. Demnach wollen 57 Prozent weiterhin investieren – 80 Prozent davon in ähnlichem oder sogar größerem Ausmaß als zuletzt. Im Investitionsfokus steht dabei in erster Linie der Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit. „Es ist wichtig und richtig, dass sich die Unternehmen von der Pandemie nicht in die Knie zwingen lassen, sondern weiterhin investieren. Auch wenn das Eigenkapital zuletzt häufiger in Mitleidenschaft gezogen wurde“, so Wagner. „Denn wie die Unternehmen bestätigen, müssen sich aktuell 41 Prozent der Betriebe
    mit negativen Auswirkungen der Pandemie auf das Eigenkapital auseinandersetzen. Während 42 Prozent keine Veränderung erkennen, hat sich die Situation bei 17 Prozent während der Krise sogar verbessert.“ Knapp drei Viertel der heimischen Unternehmen befinden sich im
    Ranking mit geringem Risiko: jeweils rund 12,4 Prozent haben ein sehr geringes bzw. ein erhöhtes Risiko. Insgesamt hat es hier während der gesamten Pandemie nur geringfügige Verschiebungen gegeben, was wiederum auf ein sauberes finanzielles Fundament der österreichischen Betriebe schließen lässt. „Mit 31. März sind die Corona-Hilfen ausgelaufen, jetzt beginnt wieder die Trockenzeit ohne Fangnetz“, so Gerald Zmuegg, Chef des
    Finanzombudsteams. „Obwohl die Unternehmen wieder operativ im Geschäft sind und Umsatz lukrieren, werden vor allem kleinere Betriebe ohne Controlling die Ersten sein, die bald ins Schleudern kommen. Denn Zahlungspläne fürs laufende Jahr erstellen nur die wenigsten.“

    Entlastungspaket der Finanz
    Gut gemeint, aber wohl nicht ausreichend ist das Herabsetzen von Steuervorauszahlungen, ein Teil des Entlastungspaketes, das mit April in Kraft getreten ist. „Das bringt den Unternehmen heuer 350 Millionen Euro Liquidität“, so Finanzminister Magnus Brunner. Damit haben die Firmen die Möglichkeit, die Vorauszahlungen der Einkommen- und Körperschaftsteuer für heuer auf 50 Prozent auf vereinfachtem Weg herabzusetzen. Voraussetzung dafür ist, dass für das
    Kalenderjahr 2021 bzw. das im Jahr 2022 endende abweichende Wirtschaftsjahr ein Anspruch auf Energieabgabenvergütung besteht oder die Glaubhaftmachung eines um mehr als dreiprozentigen Energiekostenanteils an den Gesamtkosten. „Die Möglichkeit, die Vorauszahlungen in Einzelfällen noch niedriger bzw. mit null durch Überprüfung eines substantiierten Nachweises der konkreten Betroffenheit festzusetzen, bleibt unberührt“, ergänzt Brunner. Die Antragstellung könne wie bisher über Finanz Online erfolgen.

    Eigenkapital von KMU verbraucht
    Das Eigenkapital der meisten KMU ist in den zwei Jahren Krise mit Einschränkungen und Lockdowns quer durch alle Branchen verbraucht. „Ganz besonders trifft dies auf die Gastronomie und Beherbergung zu, die bereits vor der Pandemie nicht für eine wirklich gute
    Eigenkapitaldecke bekannt waren“, betont Finanzexperte Zmuegg. So führte er in der Tiroler Tageszeitung aus, dass „diese Betriebe vor zwei Problemen stehen: Zum einen können sie die Überbrückungskredite, die ja auf drei Jahre angelegt waren, nicht zurückzahlen, und an zum anderen werden sie von den Banken zum sogenannten Klumpenrisiko gezählt und bekommen auch keine Betriebsmittelkredite mehr, um die aktuell enorme Teuerung, hier vor allem bei den Energiekosten, vorfinanzieren zu können. Es wurden für 25.000 Unternehmen – die meisten aus dem KMU-Bereich – Überbrückungskredite in der Höhe von 4,5 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt. Wir gehen davon aus, dass der Großteil der Unternehmen heftige Probleme damit hat und viele von ihnen eigentlich vor der Insolvenz stehen.“

    Zmuegg sagt weiter: „Unsere Auswertungen und Insolvenzzahlen im März widersprechen den Aussagen des Finanzministeriums, wonach die Insolvenzwelle verhindert worden wäre. Vielmehr zeigt sich, dass sie lediglich verschoben wurde.“ Laut KSV1870 haben 43 Prozent der Befragten auf staatliche Haftungen oder Förderungen während der Pandemie zurückgegriffen.
    Aktuell sind 14 Prozent der Betriebe auf staatliche Finanzspritzen angewiesen, um „über die Runden zu kommen“. In der Industrie ist das mit 37 Prozent und in Salzburg mit 19 Prozent am häufigsten der Fall. Selten kommt das in Oberösterreich mit lediglich sechs Prozent
    vor. Österreichs Betriebe sind insgesamt dank vorausschauendem Verhalten mit Ende des zweiten Corona-Jahres gut durch die Krise gekommen. „Ein KSV1870-Rating von durchschnittlich 352 bedeutet eine geringe Ausfallwahrscheinlichkeit und ist in Zeiten einer globalen Pandemie und eines Krieges, der die Weltwirtschaft maßgeblich beeinflusst, ein zufriedenstellendes Ergebnis“, bilanziert Wagner.

    Ein Fünftel denkt über Kredit nach
    Der Kreditschutzverband meint, dass sich die generelle Stabilität der heimischen Wirtschaft auch daran zeigt, dass im Vorjahr weniger Unternehmen einen Kredit in Anspruch genommen haben als zu Beginn der Corona-Krise im Jahr 2020. Während im vergangenen Jahr 19 Prozent der Betriebe auf einen Kredit zurückgegriffen haben, waren es ein Jahr zuvor 24 Prozent, am häufigsten in Salzburg und Kärnten und dabei innerhalb der Industrie und dem Gewerbe. Diese Entwicklung scheint sich heuer tendenziell fortzusetzen. Die häufigsten Gründe, warum ein Kredit in Erwägung gezogen wird, sind der Kauf oder die Renovierung von Immobilien, der Kauf von Kfz und der Aufbau neuer Geschäftsbereiche bzw. Produkte.

    Unternehmensstimmung getrübt
    Die Stimmung der Unternehmer ist jedenfalls „hinuntergerasselt“. Nur mehr 55 Prozent der befragten Firmen sagen laut Kreditschutzverband KSV derzeit, dass sie positive
    Geschäftsaussichten haben. Bei der letzten Umfrage waren es noch 65 Prozent. Zuletzt
    war die Stimmung nur im Zuge des ersten Corona-Lockdowns schlechter. Das geringste Problem derzeit sei die Auftragslage. „Aber hier gibt es ein Paradoxon
    die Auftragsbücher sind mehr als voll, viele können die Aufträge aufgrund von Lieferengpässen aber nicht abarbeiten“, erklärt KSV-Chef Vybiral. Topthema sei hierbei und generell weiterhin ebenso der Arbeitskräftemangel, „auch weil die Auftragsbücher invielen Branchen voll sind“. Laut dem Austrian Business Check meinen die Unternehmer, dass die Arbeitslosigkeit weniger attraktiv gestaltet sein sollte und der Fachkräfte-Zuzug einer Erleichterung bedarf. 80 Prozent der Betriebe fürchten derzeit einen Liquiditätsengpass auf sich zukommen. Dennoch sei das Umfeld grundsätzlich stabil, sagt KSV-Experte Gerhard Wagner Neun Prozent der befragten Betriebe haben ihre liquiden Mittel aufgebraucht, „und es wird für sie schwierig, das laufende Jahr zu überstehen“. Insgesamt erwartet lediglich jedes fünfte Unternehmen, langfristig keine wirtschaftlichen Probleme zu bekommen. Die Pandemie hat negativen Einfluss auf das Eigenkapital von etwas mehr als 40 Prozent der Firmen genommen. Trotzdem haben 70 Prozent der Firmen voriges Jahr aber Investitionen getätigt, ist in der Umfrage herausgekommen.

    Auch Bankbilanzen sind betroffen
    „Eine stagnierende Kreditvergabe bringt den Banken eine hohe Überliquidität, die sie oft in Wertpapieren anlegen oder bei anderen Banken bzw. der Notenbank zumeist MIT negativen Zinsen anlegen“, beschreibt Thomas Fuchs, Initiator der Finanzinformationsseite „Gold-fuchs.com“, die Situation. „Das bringt zunehmend Verluste, sodass Banken größere Spareinlagen kündigen, da bei Sparbüchern kein Negativzins erlaubt ist. Andere Einlagen werden bereits mit hohen Gebühren und Minuszinsen belegt. Weil Banken aus dem Zinsgeschäft kaum noch Ertrag erwirtschaften, verkaufen sie Fonds, Lebensversicherungen und diverse oft schwer durchschaubare Wertpapiere und kassieren hier gute und sichere Provisionen.“ Im Verlauf der Pandemie hat sich die Ertragslage der heimischen Banken weiter verschlechtert. Zwei Faktoren lassen sich als Ursache ausmachen. „Die Bankbilanzanalyse 2020 zeigt gegenüber 2019 eine Zunahme der Liquidität aller Banken um rund 40 Prozent beziehungsweise 80 Milliarden auf 290 Milliarden Euro“, beschreibt Fuchs die auffälligste Veränderung. Der frühere Raiffeisenbank-Direktor Mittleres Unterinntal analysiert seit Jahren die Bilanzkennzahlen aller heimischen Banken. Die Betriebsergebnisse der Banken haben sich seit 2018 mehr als halbiert. Der deutliche Liquiditätsanstieg in den Banken wird durch höhere Spareinlagen der Kunden erklärbar. Das wird infolge der weitgehend negativen Verzinsung solcher Einlagen für die Banken zum Problem. Sie verursachten Ertragsrückgänge, die auch durch neuerliche Kostensenkungen nicht auszugleichen waren. Das ist nicht der alleinige Grund, gibt Alexander Lippner, KPMG-Partner und Bankexperte, zu bedenken. Das Periodenergebnis nach Steuern hat sich 2020 halbiert, dies ist zu einem großen Teil auf die Erhöhung der Wertberichtigungen um fast 40 Prozent zurückzuführen. Die Risikokosten haben sich aufgrund der Pandemie signifikant erhöht. Man könne allerdings davon ausgehen, dass sich dieser Sondereffekt bereits 2021 aufgelöst habe. Das Einlagenproblem sei hingegen nach wie vor gegeben. In „Fondsprofessionell“ meint Lippner: „Wir haben eine unglaublich
    hohe Sparquote. Diese hat sich bei den privaten Haushalten im Vergleich von 2018 auf 2020 fast verdoppelt.“ Er sieht das größte Potenzial zur Entschärfung der Schieflage im Bereich der Provisionserträge. „Zählt man alles zusammen, liegen diese nur bei der Hälfte der Zinserträge. Im Idealfall sollte das Verhältnis zwischen beiden Ertragsquellen bei 50 zu 50 liegen. Das liegt an unserer im internationalen Vergleich niedrigen Aktionärsquote. Diese liegt in Österreich
    bei Über-16-Jährigen bei rund zehn Prozent, während sie in den Niederlanden bei rund 30 Prozent und in der Schweiz oder in Schweden bei jeweils rund 20 Prozent liegt.

    „Österreichs Unternehmen haben sich mit Händen und Füßen gewehrt, um
    die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie möglichst im Zaum zu halten. Das ist häufig gelungen, trotzdem gibt es einige Wackelkandidaten“, erklärt Gerhard Wagner, Geschäftsführer der KSV1870 Information GmbH.

    Der Verwendungszweck der staatlichen Überbrückungskredite ist die Finanzierung eines Verlusts, der nicht durch die Hilfen gedeckt ist“, so Gerald Zmuegg, Chef des Finanzombudsteam. „Demnach gibt es 25.000 Unternehmen, die Überbrückungskredite in Höhe von 4,8 Milliarden Euro aufgenommen haben.“

    „Das geringste Problem ist die Auftragslage“, sagt KSV-Chef Ricardo-José
    Vybiral. „Doch hier gibt es ein Paradoxon – die Auftragsbücher sind mehr als
    voll, viele Unternehmen können die Aufträge aufgrund von Lieferengpässen
    aber nicht abarbeiten.“

    ZUM ORIGINAL-BERICHT UND WEITEREN GRAFIKEN

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    So wachsen starke Firmen-Kooperationen

    Seit es ihn gibt ist der Mittelstand mit seinen innovativen und offenen Unternehmerinnen und Unternehmern an Zusammenarbeit mit anderen Betrieben interessiert.

    Ob nun 6 Tischler zusammenarbeiten um günstiger einkaufen und ihre unterschiedlichen Produktionsmöglichkeiten für gemeinsame Großaufträge nutzen zu können. Ob sich 10 unterschiedliche Firmen zu einem Medizintechnik-Cluster zusammentun um im Ausland ganze Spitäler zu errichten. Ob sich Kommunen, Unternehmen, Vereine und Infrastruktur zu einer Energiegemeinschaft zusammenschließen. Ob öffentliche und private Abfallwirtschaft, Recycling-Spezialisten und Wertstoff-Wissenschaftler mit einander eine Know-How und Aktions-Plattform bilden …..

    Immer geht es darum gemeinsam mehr zu sein als die Summe der Einzelnen. Immer geht es um die Fähigkeit leicht unterschiedliche Interessen, kleinliche Eitelkeiten und Angst vor der Öffnung zu überwinden und den Mut aufzubringen in größeren Einheiten innovative Visionen gemeinsam zu realisieren – ohne sich als Einzelmitglied aufgeben zu müssen.

    Hier ein paar allgemeine Richtlinien von Wolfgang Lusak sowie ein bereits sehr erfolgreiches Fallbeispiel

    So wachsen starke Firmen-Kooperationen z.B. Vorbild SSGM/Smart Street

    ALLGEMEINER TEIL

    Wozu Kooperationen mit anderen Firmen?

    1. Um gemeinsam stärker und erfolgreicher zu sein
    2. Um Synergien aus unterschiedlichen Leistungspotentialen und Zugängen zu ziehen
    3. Um Innovationen und Projekte am Markt besser durchsetzen zu können
    4. Um einen Markt und Zielgruppen bedienen zu können, die man allein nicht erreichen oder gewinnen kann
    5. Um im Rahmen einer gemeinsamen Angebotsgruppe oder Dachmarke zu mehr Aufträgen zu kommen
    6. Kostenreduktion durch Aufgabenverteilung, gem. Einkauf oder gem. Ressourcen-Nutzung

    Formen der Kooperation

    1. Loses Netzwerk, gelegentliche Koop
    2. Arbeitsgemeinschaft zu einem spezifischen Thema (oft zeitlich begrenzt)
    3. Synergie-Koop z.B. bez. gem. Einkauf, gem. IT, gem. Technik, gem. Prozesse, synergetische Projekte
    4. Angebotsgruppe oder Dachmarke mit gemeinsamer Geschäftsanbahnung und Akquise
    5. Branchen-übergreifender Cluster
    6. Lobby zur Durchsetzung von Zielen in Politik, Verwaltung, Wissenschaft, Verbänden et.
      (in der Praxis kann eine Kooperation auch mehrere dieser Formen beinhalten)

    Bedingungen für eine gute Koop

    1. Jeder hat ein eigenes Unternehmenskonzept
    2. Alle haben eine gem- Koop-Strategie und Planung
    3. Gem. Koop-Struktur: Ziel, Strategie, Planung, Marketing, Führung/Organisation, Aufgabenverteilung, Vertrieb, Kosten und Ertrags-Teilung, Rechte & Pflichten
    4. Gem. Koop-Kultur bez. Fairness, Gerechtigkeit, Zusammenhalt

    ERFOLGS-BEISPIEL SSGM

    Am 5.5.22 ließ die von Fa. Fonatsch vor 5 Jahren gegründete und von mir gecoachte Smart Street-Technologie-Vereinigung und Dachmarken-Kooperation SSGM (Smart Safe & Green Mobility https://www.ssgm.eu/index.php/de/ ) gleich mit mehreren hochrangigen Erfolgen die Verkehrs-Infrastruktur-Branche aufhorchen:

    1. Zu den bereits langjährigen und bewährten Mitgliedern  Congaia,  Elotech, Fonatsch, LUX, Magnolux, Microtronics, Next Urban, Taurus, Unwired und Zumtobel sind im letzten Halbjahr gleich 5 neue Top-Firmen, nämlich Bike Energy, Cellnex, Joanneum, Nedal und Swarco dazugekommen.
    2. Nach einer internen Umfrage konnten praktisch alle SSGM-Mitglieder in den letzten 2 Jahren trotz Pandemie ihren Umsatz erhöhen, manche sogar um mehr als 25%!
    3. Das Steuergerät/Schnittstellen-Management der SSGM-Smart Street-Technologie wurde erfolgreich als Patent angemeldet – das bedeutet die Absicherung der Alleinstellung und Marktführerschaft
    4. Die Zusammenarbeit mit dem Gemeindebund konnte vertieft, die Zusammenarbeit mit Städtebund und VÖWG neu aufgestellt werden
    5. Diverse internationale Projektanfragen unterstreichen die wachsende Aufmerksamkeit für die SSGM-Botschaft und -Leistung

    Schon in der bisherigen Zusammenarbeit aber auch neu definiert bestehen die Vorteile und Nutzen für die Mitglieder dieser Kooperation in

    • einem offenen Austausch, in einem permanent von einander Lernen,
    • im Zusammenlegen und Kumulieren ihrer unterschiedlichen aber gut zusammen passenden technischen Kompetenzen
    • einem wachsend starken Netzwerk, welches Zugänge zu Partnern, Markt & wichtigen Opinon Leadern und Entscheidungsträgern schafft
    • einem gut sichtbaren Auftritt mit Dachmarke, der Themenführerschafft bezüglich Smart Street-Technologie erzielt, zum Beispiel mit dem neuen Buch „Erfolgsfaktor Smart Street“ und den 5 bereits bestehenden Musterstraßen
    • in gemeinsamem Marketing wie Website, Messen, Leitfaden, PR, Social Media
    • in Chancen auf Geschäftsanbahnung

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    Der Nutzen von Smart Streets für die Bevölkerung

    • Beitrag zur zukünftigen infrastrukturellen Grundversorgung
    • Baustein für lebenswerte, Umwelt-freundliche und sichere Stadt
    • verbesserte moderne Mobilität & Kommunikation
    • intensivierte Projekt-Einbeziehung & Inklusion der Bevölkerung möglich
    • Impuls für Open Innovation & Kreativitätsförderung
    • Beitrag in Richtung Wohlfahrt und sozialem Zusammenhalt

    Der wirtschaftliche Nutzen von im Sinne der SSGM gestalteten Smart Streets für Städte & Infrastruktur

    • Energieeinsparung durch Dimmen
    • Energieeinsparung durch erneuerbare Energiegewinnung am Mast
    • CO²-Reduktion durch Fließverkehr
    • Leitungsunterbau mit Leerverrohrung
    • automatische Störungsmeldung
    • wichtige Daten durch Aufzeichnung, Datenverarbeitung & Kameras
    • verbesserte Energieverteilung/ Smart Meter
    • kommunale Einnahmen durch z.B. Ladestationen, 5G-Antennen, Werbung, Wetterstationen, Drohnenlade-Punkte
    • finanzierungsschonende Betreibermodelle möglich
    • Impuls für verstärkte Öffi-Nutzung
    • erleichterte Verkehrsentwicklungs- und Sozialraum-Analysen

    http://HTTPS://WWW.SSGM.EU

    Für Nachfragen steht zur Verfügung: Wolfgang Lusak
    www.lusak.at  office@lusak.at  Tel 01 315 45 36

    ZU WEITEREN STARKEN KOOP-FALLBEISPIELEN

  • die-neuen-energie-gemeinschaften-seminar-8-6-22

    „Die neuen ENERGIE-GEMEINSCHAFTEN“ Seminar 8.6.22

    die „ENERGIE-GEMEINSCHAFTEN“ werden in der Klimawende in Österreich die entscheidende Rolle spielen. Das Top-Seminar für Mittelstands-Betriebe, Industrie, Experten, Beamte, Vereins-Manager etc., die mit den Themen Nachhaltigkeit, Erneuerbarer Energie-Technologie, Dekarbonisierung, Bau/Immobilien, Investment, Regionalisierung und Kooperation zu tun haben.

    Einladung zum Seminar

    DIE NEUEN ENERGIE-GEMEINSCHAFTEN – GRÜNDEN UND ZUM ERFOLG FÜHREN am 8.6.22

    Wie Private, Kommunen, Unternehmen & Verbände die vielfältigen Chancen, Vorteile und Förderungen der neuen Energiegemeinschaften für sich, ihre Mitglieder und Partner nützen können, um mit eigener Energie- und Stromerzeugung Kosten zu sparen, regionale Wertschöpfung zu generieren und eine Klima/Umwelt-freundliche Energie-Wende umsetzen zu können.

    am 8. Juni 2022 von 9:00 – 17:00 in der ARS Akademie Schallautzerstraße 4, 1010 Wien mit Mag. Wolfgang Lusak & Dr. Bernadette Fina (Präsenz- und Online-Seminar)

    ZUR ANMELDUNG

    Die neuen Energie-Gemeinschaften bieten die Möglichkeiten in Richtung 100 % erneuerbarer Energieversorgung. Ziel ist es, erneuerbaren Strom gemeinsam zu erzeugen, zu speichern und zu nutzen und damit die Energiewende voranzutreiben. Welche Potentiale die Erneuerbaren Energiegemeinschaften (EEG) & Bürgerenergiegemeinschaften (BEG) aufweisen und wie Sie diese bestmöglich für sich nutzen zeigen Ihnen unsere Experten. Verschaffen Sie sich jetzt einen Einblick in die rechtlichen und organisatorischen Rahmenbedingungen.

    IHR NUTZEN: Mit der Teilnahme an diesem Seminar erfahren Sie, wie Sie

    • Das neue EAG zum Nutzen Ihrer Gemeinschaft oder Organisation verwenden und dabei auch Energiekosten sparen können
    • Die Klimawende durch die Anwendung digitaler Erneuerbarer Energiesysteme sowie die Dezentralisierung von Versorgung und Verbrauch schaffen
    • Ob Sie besser eine Erneuerbare Energie-Gemeinschaft (EEG) oder eine
      Bürger-Energie-Gemeinschaft (BEG) gründen sollten (beide laut EAG möglich)
    • Breite Beteiligung von Bevölkerung oder Partnern im Prozess der innovativen Nachhaltigkeit realisieren und eine zukunftsweisenden Community führen

    Außerdem erfahren Sie, wie die Lösungen für die großen Herausforderungen der Energie-Wirtschaft aussehen:

    • Volatilität der Energieträger – also Anpassung von Verfügbarkeit & Verbrauch
    • Ganzheitlichkeit über Sektoren, Branchen und Länder hinweg
    • Benutzerfreundlichkeit und Wirtschaftlichkeit für Konsumenten, Erzeuger und Dienstleister
    • Zuverlässigkeit in Versorgung und Betrieb


    DER SEMINAR-AUFBAU
    Wie ich „meine“ Energiegemeinschaft aufbaue:  Vermittlung von Know How, Praxis-Beispielen und Steuerung

    1.Einleitung & Überblick

    2.Rechtlicher Rahmen von Energiegemeinschaften

    3.Schritt für Schritt zur Energiegemeinschaft – organisatorische Voraussetzungen und Abwicklung

    4.Technische Voraussetzungen für Energiegemeinschaften

    5.Betrieb und die Abrechnung von Energiegemeinschaften

    6.Finanzierung und Fördermöglichkeiten

    7.Management, Meinungsforschung, Mobilisierung – wirtschaftliche und soziale Aspekte

    8.Durchsetzungskraft der Gemeinschaft: Erfolgreiches Marketing, PR & Lobbying

    9.Musterbeispiel bisher größte in Betrieb befindlich EG im Südburgenland

    10.Die gezielte Nutzung der team4.energy-Plattform für Gründung und Betrieb

    11.Potentiale zur Weiterentwicklung von Energiegemeinschaften

    12.Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse


    DIE REFERENTEN:

    Dr. Bernadette Fina

    (Wissenschaftlerin im AIT, Expertin im Bereich Simulation und Optimierung von Energiegemeinschaften)

    Sie hat sich auf den rechtlichen und regulatorischen Hintergrund von Energiegemeinschaften in Österreich und auf europäischer Ebene spezialisiert. In Ihrer bisherigen Laufbahn hebt sie sich durch außerordentliche Publikationstätigkeiten in wissenschaftlichen, international renommierten Fachzeitschriften hervor und wurde dafür bereits vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Wissenschaftspreis des Landes Niederösterreich, dem MIA Award in der Kategorie „Next Generation“ und dem ÖGUT Umweltpreis. https://www.ait.ac.at/

    DI Michael Niederkofler (rechts)

    (Energieexperte, Innovations- und Managementberater)

    war als Projektleiter und Geschäftsführer weltweit für große Greenfield-Projekte in der Stahl- und Grundstoffindustrie verantwortlich und hat unter anderem in Venezuala, Kasachstan und China gelebt. Darauf folgt eine mehrjährige Beratertätigkeit im Bereich von Internationalisierung, Projekt- und Innovationsmanagement. Als Leiter des Innovationslabors www.act4.energy arbeitet er heute an breitenwirksamen Lösungen für die Energiewende. Mit www.team4.energy bietet er die perfekte Einstiegs- und Betreuungshilfe für Energiegemeinschaften an

    Mag. Wolfgang Lusak

    (Coach, Unternehmensberater, Universitätslektor)

    hat als Manager und Geschäftsführer in Konzernen (Unilever, Gillette, BP) und Verbänden (Weinmarketing) gearbeitet. Seit über 20 Jahren ist er als Berater & Coach von Führungskräften in Unternehmen, Kooperationen, Verbänden und NPOs mit dem Schwerpunkt Durchsetzung von digital-nachhaltigen Innovationen und Projekten erfolgreich.
    www.lusak.at und www.lobbydermitte.at

    TEILNEHMER:

    Führungskräfte in Vereinen, Unternehmen, Kooperationen, Verbänden und NPOs; besonders interessant für die Umwelt-, Energie-, Bau-, Immobilien- und Investment-Branche, aber auch für Rechtsanwälte, Notare, Gemeindefunktionäre, öffentlicher Dienst, Berater und Planer

    ZUR ANMELDUNG

     

  • die-dreisten-argumente-der-steuereintreiber

    Die dreisten Argumente der Steuereintreiber

    Ehrlich gesagt waren wir von „Lobby der Mitte“ auch etwas verdattert, ja sogar verzagt, als wir die Stellungnahmen hochgestellter Persönlichkeiten und Experten wie Arbeitsminister Kocher, Finanzminister Brunner und Fiskalrat-Chef Badelt vernahmen, die davor warnten, jetzt den  angesichts der hohen Inflation und zunehmenden Enteignung der Bürger sich verstärkenden Rufen nach einer automatische Anpassung der Steuerstufen an die Inflation unüberlegt Gehör zu schenken. Es beschlich uns – die wir im Namen der Steuerzahler und des Mittelstandes schon öfter für das Ende der „kalten Progression“ ausgesprochen hatten – einerseits das Gefühl wohl nicht alles bis zu Ende gedacht zu haben und andererseits der Verdacht, dass hier  Regierungsvertreter in Verteidigung ihrer politischen Umverteilungsmacht lobbyieren würden.

    Da kam der messerscharf denkende und unerschrockene Josef Urschitz mit seinem genialen Kommentar in der DIE PRESSE daher, um alles wieder ins rechte Licht zu rücken. Danke vielmals und Kompliment!

    Die dreisten Argumente der Steuereintreiber

    von Josef Urschitz

    Statt Steuern zu erhöhen, sollte der Staat sein Ausgabenproblem lösen.

    Wieso tun sich Politiker so schwer, die ungerechtfertigte Inflationssteuer namens kalte Progression abzuschaffen? Die automatische Anpassung der Steuerstufen an die Inflation „erschwert Steuerreformen“, sagte neulich Arbeitsminister Martin Kocher. Man solle überlegen, ob es nicht besser sei, mit dem Windfall Profit aus der Inflationssteuer „steuerpolitische Schwerpunkte zu setzen“, meinte Finanzminister Magnus Brunner, der eine Abschaffung der Inflationssteuer aber immerhin für denkbar hält. Man verbaue sich mit der Abschaffung die „Möglichkeit, im Zuge von regelmäßigen Steuerreformen Akzente zu setzen“, fügte der Chef des Fiskalrates, Christoph Badelt, an.

    Ziemlich unverfroren, was sich die gequälten Steuerbürger da anhören müssen. Etwa auf dem Niveau eines Autohändlers, der sich mit „Wie soll ich Kunden einen Rabatt gewähren, wenn ich den nicht vorher auf den Listenpreis aufschlage?“ rechtfertigt. Oder eines Bankräubers, der sagt: „Wie soll ich Geld einlegen, wenn ich es mir nicht vorher von der Bank hole?“

    Die Absurdität der Argumente 

    Vielleicht helfen ein paar Fakten weiter, um die Absurdität dieser Argumentation zu beleuchten: Im Vorjahr ist der Tariflohnindex um 1,7 Prozent gestiegen, das Lohnsteueraufkommen des Staates aber um 8,3 Prozent. Ein größerer Teil dieser Differenz ist der kalten Progression geschuldet. Und: Die Abgabenquote ist seit 2016 von 40,6 auf 44 Prozent des BIPs geklettert. Der Unterschied macht schlappe 13,5 Mrd. Euro aus, die Österreicher jetzt mehr an Steuern und Abgaben berappen, als sie das bei der Abgabenquote von 2016 müssten. Trotzdem haben wir ein Megadefizit.

    Dieser Staat hat ein Ausgabenproblem

    Das heißt nur eines: Dieser Staat hat kein Einnahmen-, sondern ein Ausgabenproblem. Eines, das sich mit noch so viel Einnahmensteigerung nicht beheben lässt. Wir sagen nur: Verwaltungsreform, Gesundheitsreform, Föderalismusreform, generelle Effizienzsteigerung etc. und dafür weniger Korruption, dann lässt sich die Entlastung der Bürger auch machen, ohne ihnen das Geld vorher unverschämt aus der Tasche zu ziehen. Kann ja nicht so schwer sein, wenn man will. Oder?

    Josef Urschitz

    E-Mails an: josef.urschitz@diepresse.com

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  • tanja-machats-erfolgsgeheimnisse

    Tanja Machats Erfolgsgeheimnisse

     Sie war ursprünglich Tänzerin und das sieht man auch an ihren geschmeidigen Bewegungen und dem kraftvoll-schlanken Körper. Heute ist die Schweizerin Tanja Machat Geschäftsführerin und Chef-Trainerin ihres eigenen, clever gebrandeten Fitness- und Gesundheitsbetriebs SwissFit in Wien. Sie hat sich in nur knapp über 4 Jahren von einem 60m²-Gassenlokal auf 375m2 in zwei Geschoßen in einem wunderschönen Palais-artigen Jugendstilgebäude im 18.Bezirk hinaufgearbeitet. Nachdem mich mehrere Empfehlungen für Ihr Fitnessunternehmen erreicht hatten, bin ich nicht nur Kunde bei ihr geworden sondern habe sie – beeindruckt von der fachlichen Qualität und unternehmerischen Seriosität ihres Angebots – auch zum Interview gebeten.

    Im 120. Interview unserer viel gelesenen Lobby der Mitte-Serie “ERFOLGS-GEHEIMNISSE” gab mir Tanja Machat ehrliche und auch selbstbewusste Antworten auf unsere immer gleichen 5 Fragen …

    Der feste Glaube an eine Idee und das Unternehmen. Grüezi im SwissFit!

     

    1. Was ist das Fundament Ihres Erfolges, mit welcher Idee hat der Aufschwung Ihres Unternehmens begonnen?

    Ausgangspunkt meiner unternehmerischen Reise war eine Geschäftsidee, die auf authentischen Werten und meiner langjährigen Expertise im Bereich Breitensport, funktionelles Krafttraining, Stretching, Mobility, Pilates und Floor Barre beruht. Mit meinem Geschäftspartner treffen meine Intuition und Vision auf wirtschaftliches Know-How, um eine fundierte Basis für das Unternehmen SwissFit zu gewährleisten. Wir denken voraus und sind offen für Optionen und Chancen, um damit organisches Wachstum zu ermöglichen. Dadurch ist seit der Unternehmensgründung 2018 ein stetiger Aufschwung zu verzeichnen. Eine gewisse Risikoaffinität ist zusätzlich wichtig für mutige Entscheidungen. Mit einer kontinuierlichen Erweiterung des Portfolios konnte ein attraktives Angebot für Kund*innen geschaffen werden.

    1. Was war in der bisherigen Entwicklung die wichtigste strategische Entscheidung (oder die wichtigsten strategischen Entscheidungen)?

    Ein entscheidender Schlüsselfaktor war die mehrfache Verlegung bzw. Optimierung des Standorts innerhalb weniger Jahre und die damit einhergehende Expansion des Angebots. Im August 2019 wurde in einem ersten Schritt ein neues Geschäftsobjekt akquiriert, um neben Gruppen- und Personal Training, auch Kraft- und Cardiogeräte zu Nutzung anzubieten. SwissFit wuchs von einem 60 m2 großen Gassenlokal auf eine doppelt so große Fläche. Im Winter 2020 wurde mir die Möglichkeit geboten das gegenüberliegende Objekt mit einer Fläche von 375 m2 zu bespielen. Zu diesem Zeitpunkt schien diese Erweiterung gewagt und als würden zwei Entwicklungsschritte auf einmal genommen werden. Zudem war 2020 der Beginn der Pandemie, welche sich ebenfalls als weiterer Risikofaktor darstellte. Der Glaube an die Vision, meine Risikoaffinität und ein fundierter Businessplan führten zu der Entscheidung diesen Schritt dennoch zu wagen. Der aktuelle Standort ist zentral in einer attraktiven Einkaufsstraße gelegen und bietet als alleinstehendes, historisches Haus ein besonderes Ambiente für Sport- und Gesundheitstraining. Ein Umbau und Umzug konnten trotz zahlreicher Lockdowns realisiert werden und die Eröffnung erfolgte im Mai 2021.

    1. Hat es einmal eine kritische Situation gegeben, in der alles auf des Messers Schneide stand? Wenn ja, wie sind Sie damit umgegangen?

    Die vergangenen zwei Jahre innerhalb der Pandemie stellten meinen Geschäftspartner und mich vor zahlreiche unternehmerische Herausforderungen. Die Rahmenbedingungen waren niemals ein Grund unsere Vision aus den Augen zu verlieren. Unabdingbar war der feste Glaube an unsere Idee und das Unternehmen SwissFit. Flexibilität, Kommunikation und Transparenz mit unseren Stakeholdern, im speziellen mit unseren Mitarbeiter*innen, haben uns als Team gestärkt.

    1. Wie organisieren Sie Wachstum und Erfolg, was müssen Ihr Team, Ihre Mitarbeiter leisten?

    Die Marke SwissFit steht für Schweizer Präzision und Qualität. Diese Werte müssen von meinem Team gelebt werden und sich in ihrer Arbeit widerspiegeln. Bei der Auswahl meiner Mitarbeiter*innen ist dies ein wichtiger Aspekt. Ich bin operativ tätig und lebe diese Werte als Teil des Teams in meinem Unternehmen vor. Jeder Körper erzählt eine Geschichte und es liegt an unserem Team, dass diese Geschichte auch erzählt werden kann. Wichtig dafür ist Intuition für unsere Kund*innen zu entwickeln, abseits von starren Trainingsplänen. Der Mensch und seine individuellen Bedürfnisse stehen im Mittelpunkt. Wir leben als Team die Freude an der Bewegung und wollen diese an unsere Kund*innen weitergeben.

    1. Welchen Rat möchten Sie jungen, aufstrebenden Unternehmen geben, damit sie auch Erfolg haben?

    Flexibilität und die Fähigkeit über den Tellerrand hinauszusehen spielen eine übergeordnete Rolle bei der Entwicklung eines Unternehmens. Es ist eine Gratwanderung seine Vision mit Nachdruck zu verfolgen, dennoch offen für Feedback und Veränderungen zu sein, sich aber nicht verbiegen zu lassen. „Float like a butterfly sting like a bee“ ist ein Zitat von Boxer Muhammad Ali und gilt meiner Meinung nach genauso für Unternehmer*innen. Authentizität zu bewahren ist unabdingbar, nur so kann Erfolg nachhaltig sein.


    KONTAKT

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    SwissFit kombiniert medizinisches KnowHow mit verschiedenen Trainingsmöglichkeiten und bietet ein umfangreiches Portfolio. Die Prämisse lautet Freude an der Bewegung und Wohlbefinden im Alltag. Uns vereint der Mut zur Veränderung, nur durch Veränderung können Fortschritte erzielt werden. Sind wir gemeinsam mutig!

    Hydraulische und klassische Kraftgeräte aus dem medizinisch-therapeutischen Bereich gewährleisten ein effektives und verletzungsfreies Training. Hochwertige mechanisch betriebene Holzgeräte garantieren eine einzigartige Trainingserfahrung, sei es durch geräuscharmes Laufen oder Wasserrauschen beim Rudern. Durch individuelles, ganz auf die Wünsche unserer Kunden abgestimmtes, Personal Training werden mit großer Expertise unserer Trainer*innen gemeinsam Ziele erarbeitet und in den Alltag integriert. Beim Gruppentraining teilen wir den Spaß an der Bewegung, das Kursangebot ist vielfältig und einladend, von Kraft-Ausdauer, Boxen und Dance Aerobic über schwere Gewichte bis hin zu Stabilisation und Entspannung. Sportmassagen im stilvollen Ambiente runden das Gesamtangebot ab und garantieren Wohlbefinden für den Alltag. In Abstimmung mit unserem Sportmediziner kann eine umfassende Vorabklärung sowie eine kontinuierliche Begleitung geboten werden.

     


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  • existenzen-bedroht-kleinunternehmen-rutschen-tiefer-in-die-krise

    „Existenzen bedroht“ – Kleinunternehmen rutschen tiefer in die Krise

    Wir bringen diesen aktuellen Artikel von Julian Olk im deutschen „Handelsblatt„, weil die darin angesprochene dramatische Bedrohung für die Kleinunternehmen in Deutschland auch in Österreich besteht, weil Lobby der Mitte schon mehrfach darauf hingewiesen hat und weil sich die österreichische Politik dazu auch rasch was einfallen lassen sollte. 

    „Eine Million Existenzen bedroht“ – Kleinunternehmen und Selbstständige rutschen tiefer in die Krise

    Der Geschäftsklimaindex der deutschen Kleinstunternehmen rutscht weiter ab. Die Coronapandemie ist noch immer nicht verdaut, jetzt droht durch den Ukrainekrieg neues Ungemach.

     

    Berlin / Die Geschäftslage der deutschen Kleinstunternehmen und Soloselbstständigen hat sich den dritten Monat in Folge verschlechtert. Der Geschäftsklimaindex, den das Ifo-Institut gemeinsam mit dem Website-Entwickler Jimdo erhebt, ist auf minus 4,4 Punkte abgerutscht. Eine Million Existenzen seien bedroht, heißt es. Die Ergebnisse liegen dem Handelsblatt vor.

    Damit werden die Kleinstunternehmen zunehmend von der Gesamtwirtschaft abgekoppelt, wo sich die Lage weiter verbessert. Der entsprechende Ifo-Geschäftsklimaindex ist zuletzt auf plus 24,8 Punkte gestiegen.

    Der Geschäftsklimaindex von Ifo und Jimdo basiert auf Umfragen unter 1300 Unternehmen mit bis zu neun Mitarbeitern. Die Kleinstfirmen und Soloselbstständigen machen in Deutschland mehr als 80 Prozent der Unternehmen aus und beschäftigen 5,7 Millionen Mitarbeiter.

    Grund für die schlechte Lage ist weiter der Dienstleistungsbereich. „Es zeigt sich, dass im Dienstleistungssektor die fehlende Nachfrage das treibende Problem der Kleinstunternehmen ist“, sagt Klaus Wohlrabe, Leiter der Ifo-Umfragen. 41 Prozent der Befragten gaben das an.

    Die pandemiebedingten Einschränkungen belasten die Lage der Kleinunternehmen in Deutschland. Hoffnung machen nun die schrittweise vorgesehenen Lockerungen bis zum Ende der meisten Einschränkungen am 20. März. Bei der Geschäftserwartung zeigten sich die Kleinstunternehmen und Soloselbstständigen daher auch ein Stück weit optimistischer als im Vormonat.

    Steigende Preise und wachsende Unsicherheit durch den Krieg

    Allerdings endete die Umfrage kurz vor Ausbruch des Kriegs in der Ukraine. Die Experten sehen nun die Gefahr, dass das Geschäft der Kleinstunternehmen gleich in die nächste Krise rutscht. „Vor dem Hintergrund des aktuellen Weltgeschehens müssen wir jetzt ganz besonders aufpassen, dass die Kleinen nicht wieder vom öffentlichen Radar verschwinden“, sagt Jimdo-Chef Matthias Henze.

    Die Kleinstunternehmen sind zwar kaum direkt vom Krieg betroffen. Allerdings gibt es mittelbare Auswirkungen. Dazu gehören die enormen Preissteigerungen für Energie. Laut Henze könnten die Unsicherheiten durch den eskalierten Konflikt zudem die Nachfrage zusätzlich sinken lassen.

    Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) hat ein Kreditprogramm zur Entlastung der durch den Ukrainekrieg betroffenen Unternehmen angekündigt. Aber die deutschen Kleinstunternehmen werden davon höchstwahrscheinlich nicht profitieren.

    Gleichzeitig laufen Ende Juni die Corona-Wirtschaftshilfen aus. Bis dahin dürfte sich die Nachfrage in der Gesamtwirtschaft zwar weitgehend erholt haben. Einige Branchen, etwa die Veranstaltungswirtschaft, könnten davon jedoch ausgenommen sein.

    Mehr: Deutscher Wirtschaftsminister Habeck will von Sanktionen betroffene Firmen mit Krediten stützen

    Mehr: Lobby der Mitte präsentiert MITTELSTANDS-PAKET mit Forderungen an die österreichische Politik

    Mehr: Lusak Artikel „Wo ist Euer Respekt für den Mittelstand?

  • inflation-bringt-staat-geldregen-unternehmerischer-mittelstand-benachteiligt

    Inflation bringt Staat Geldregen – unternehmerischer Mittelstand benachteiligt

    Wir bringen diese bemerkenswerte Berechnung, Information und Schlussfolgerung der Vereinigung  AGENDA AUSTRIA (AA) zum aktuellen Thema Inflation und gestiegene staatliche Steuereinnahmen in Krisenzeiten in Form zweier Presseaussendungen. Auch wir von Lobby der Mitte halten es gesamtwirtschaftlich für nachteilig und leistungsbezogen für ungerecht, wenn in den jetzigen Krisenzeiten vor allem mittelständische Unternehmen Großteils unverschuldet in große Schwierigkeiten und Pleitegefahr kommen und noch dazu mehr Steuern denn je zahlen bzw. von der kalten Progression aufgefressen werden. Wir fordern eine starke Senkung der Lohnnebenkosten sowie eine deutliche Milderung der Steuerprogression! Danke an AA-Herausgeber Dr. Franz Schellhorn (Foto Markus Rössle) und die Autoren der zwei Artikel 1. Marcell Göttert und 2. Hanno Lorenz

    Agenda Austria – Vereinigung für wissenschaftlichen Dialog und gesellschaftliche Erneuerung
    Türkenstraße 25, Stiege 1, 3. Stock, Top 9-10, 1090 Wien; Telefon: +43-1-361 99 61-0
    E-Mail: office@agenda-austria.at,  www.agenda-austria.at 

    1. Inflation beschert Staat milliardenschweren Geldregen

    Während die hohe Inflation die Menschen in Österreich belastet, darf sich Finanzminister Magnus Brunner über einen milliardenschweren Geldregen freuen. Insbesondere die Einnahmen durch die Mehrwertsteuer und die Lohn- bzw. Einkommensteuer werden kräftig anziehen. Bereits Inflationsraten von fünf Prozent im heurigen und drei Prozent im kommenden Jahr bescheren dem Staat Mehreinnahmen in Höhe von 7,5 Milliarden Euro, wie eine Berechnung der Agenda Austria zeigt. Das ist das Volumen einer größeren Steuerreform.

    Aktuell liegt die Inflation aber sogar noch höher. Je nachdem wie hoch die Jahresinflation am Ende sein wird, kann zusätzlich die Belastung der Steuerzahler auch auf rund neun bis elf Milliarden Euro ansteigen. Bereits im Vorjahr lagen die Steuereinnahmen auf Rekordniveau. „Auch die Entlastung der jüngsten Steuerreform wird so binnen kürzester Zeit zunichte gemacht“, mahnt Agenda Austria-Ökonom Marcell Göttert. Die Menschen in Österreich müssen derzeit nicht nur stark steigende Preisen für Lebensmittel, Strom oder Benzin bewältigen. Sie müssen auch immer höhere Beträge an den Staat abgeben, der von der hohen Inflation profitiert. „Finanzminister Brunner sollte die Menschen durch eine deutliche Senkung der Lohn- und Einkommensteuer entlasten und endlich die versteckte Besteuerung durch die kalte Progression beenden“, so Göttert.

    2. Die guten und die bösen Steuerzahler

    Nie zuvor waren die Staatseinnahmen so hoch wie 2021. Manchen reicht das noch immer nicht. Eine Erwiderung (von Hanno Lorenz vor allem an Arbeiterkammer und Gewerkschaft)

    Große Teile der Wirtschaft und die meisten Bürger empfanden 2021 als Krisenjahr. Dennoch floss das Geld in Strömen: Nie zuvor in der Geschichte verzeichnete der Bund so hohe Steuereinnahmen wie im Vorjahr. Weltweit gibt es nur wenige Länder, in denen die Bürger und Unternehmen so viel Geld an den Staat abliefern müssen wie in Österreich.

    Nie zuvor in der Geschichte verzeichnete der Bund so hohe Steuereinnahmen wie im Vorjahr.

    Aber offenbar reicht das noch immer nicht. Geht es nach der Arbeiterkammer und dem Gewerkschaftsbund, können die Steuern gar nicht hoch genug sein. Schon gar nicht, wenn sie den richtigen Leuten abgeknöpft werden – also Unternehmern, Aktionären oder anderen Feindbildern. Matthias Muckenhuber, Ökonom am hauptsächlich von der Arbeiterkammer finanzierten „Momentum“-Institut, beklagte an dieser Stelle jüngst, dass die finanziellen Folgen der Pandemie ungleich auf die Bevölkerung verteilt würden: „An der Rückzahlung der dafür aufgenommenen Verbindlichkeiten beteiligen sich ausgerechnet die Reichsten viel weniger stark, als sie sollten.“ Wer 100.000 Euro pro Jahr mit Erwerbsarbeit verdient, zahle dafür 39.000 Euro an Steuern und Abgaben. Für die gleiche Summe an Vermögenseinkünften – etwa durch Aktiengewinne – würden nur 27.500 Euro fällig. Das Steuersystem sei nicht gerecht, meint der Autor. „Es behandelt Kapitaleinkommen äußerst schonend.“

    Nun könnte, wer sich um die Gerechtigkeit sorgt, wenigstens in einem Nebensatz darauf hinweisen, dass die Steuerlast in Österreich insgesamt viel zu hoch ist und den Vermögensaufbau für alle massiv erschwert. Aber solche Kritik gilt in manchen Kreisen ja als verpönt. Fakt ist, dass Besserverdiener absolut natürlich sehr viel mehr beitragen. Besonders deutlich wird das bei den Arbeitseinkommen: Das oberste Prozent der Einkommensbezieher verfügt über knapp sieben Prozent der Einkommen, zahlt aber 16 Prozent der gesamten Lohnsteuern.

    Aktien gegen Sparbuch

    Natürlich stimmt es, dass reichere Haushalte häufiger Kapitaleinkünfte haben. Wer mehr Geld hat, kann eher etwas zurücklegen als Familien, in denen jeder Euro gebraucht wird. Dazu kommt, dass Vermögende ihr Geld meist besser veranlagen. Ihre Reserven liegen eben nicht auf dem Sparbuch, wo sie immer weniger werden, sondern fließen beispielsweise in den Aktienmarkt, wo sich höhere Renditen erzielen lassen. Linke Kritiker des Steuersystems sind an dieser Schere zwischen Arm und Reich nicht ganz unschuldig: Sie warnen ihre Klientel bei jeder Gelegenheit vor dem bösen Aktienmarkt – um dann die Gewinne zu verteufeln, die dort erwirtschaftet werden.

    Die Umverteilung funktioniert, das zeigt die aktuelle Forschung eindrucksvoll.

    Dividenden unterliegen in Österreich einem Steuersatz von 27,5 Prozent, für hohe Arbeitseinkommen werden bis zu 55 Prozent fällig. Auf den ersten Blick ist das tatsächlich eine Diskrepanz. Aber beide Werte verzerren die Realität: Berücksichtigt man, dass vor der Ausschüttung die Gewinne des Unternehmens bereits mit 25 Prozent besteuert wurden und auf diesen Teil noch einmal 27,5 Prozent Kapitalertragsteuer fällig werden, liegt der effektive Steuersatz durchgerechnet bei 45,6 Prozent. Die höchste Lohnsteuer wiederum muss erst ab einer Million Euro Jahreseinkommen bezahlt werden. Im Schnitt beträgt die Lohnsteuerbelastung eines in Vollzeit Erwerbstätigen 15,4 Prozent.

    Umverteilung funktioniert

    Finanziert wird von all diesen Steuern und Abgaben ein Wohlfahrtsstaat, der wiederum in erster Linie den Bedürftigen zugutekommt. Es sind vor allem Menschen mit niedrigem (oder gar keinem) Einkommen, die von den Sozialleistungen profitieren. Die Umverteilung funktioniert, das zeigt die aktuelle Forschung eindrucksvoll. Nach Steuern gehört Österreich zu den Ländern mit der egalitärsten Einkommensverteilung weltweit. Jetzt müsste es die Politik nur noch schaffen, allen Bürgern weniger Geld wegzunehmen.

    Gastkommentar von Hanno Lorenz für die “Presse” (09.03.2022).

    Zum Mittelstands-Forderungspaket der Lobby der Mitte

  • 20-tragen-77-des-steueraufkommens

    20 % tragen 77 % des Steueraufkommens!

    Zwischen der Industrie und dem Mittelstand gibt es nicht immer gleiche Positionen. Aber in diesem Punkt, nämlich der angemessenen Würdigung derjenigen Einkommenssteuer Zahlenden, welche 77% des gesamten Einkommenssteueraufkommens einbringen, in diesem Punkt können wir dem Generalsekretär der Industriellenvereinigung Christoph Neumayer im wesentlichen beipflichten. Denn es wird viel zu wenig darauf aufmerksam gemacht, wie sehr tüchtige Unternehmer und Manager zur Existenz dieses Staates beitragen. Denn wir wissen, dass es sehr viele unternehmerische Mittelständler sind, die da Großartiges für Österreich leisten. Immerhin sind 7% der österreichischen Bevölkerung KMU-Eigner oder -Anteilshalter. Allerdings legen wir vom Mittelstand schon Wert darauf, dass immer die Frage gestellt wird, ob die sogenannten „Superreichen“ und Globalkonzerne in unserem Besteuerungssystem einen fairen Anteil leisten. Wir von LdM haben eher das Gefühl, dass vom Mittelstand nach oben und unten umverteilt wird. Unter Berücksichtigung dieser Aspekte bringen wir gerne die PA der IV vom 6.4.2022, dem „Tag der Steuerleistung“ (Neumayer-Foto (c) IV) und darunter einen weiteren Kommentar von uns …

    20 Prozent tragen 77 Prozent des Steueraufkommens!

    Menschen mit überdurchschnittlichem Einkommen leisten überproportionalen Beitrag – Leistungsfeindliche Umverteilung – Entlastung statt Neiddebatten

    Menschen mit einem Bruttomonatsgehalt von mehr als 3.400 Euro zählen zu den oberen 20 Prozent und tragen 77 Prozent des Gesamtaufkommens der Einkommensteuer. Ohne dem einkommensstärksten Fünftel der Bevölkerung würden dem Staat bereits ab April defacto die Einnahmen aus der Einkommensteuer ausgehen.

    Der „Tag der Steuerleistung“ fällt auf den 6. April: Bis zu diesem Tag hat das einkommensstärkste Fünftel der Einkommensbezieherinnen und -bezieher von Jahresbeginn weg genauso viel Einkommensteuer bezahlt wie der Durchschnitt im gesamten Jahr. Das geht aus aktuellen Berechnungen der Industriellenvereinigung (IV) hervor. „Mit dem heutigen Tag sollen all jene Menschen gewürdigt werden, die einen wesentlichen Teil zur Finanzierung unseres Gemeinwohls beitragen“, bekräftigte IV-Generalsekretär Christoph Neumayer.

    Damit soll aber auch Bewusstsein dafür geschaffen werden, dass eine relativ kleine Gruppe von Menschen den Großteil der Steuerlast schultert und entscheidend zur Finanzierung des Staates beiträgt. Menschen mit einem Bruttomonatsgehalt von mehr als 3.400 Euro zählen zu den oberen 20 Prozent und tragen 77 Prozent des Gesamtaufkommens der Einkommensteuer. Ohne dem einkommensstärksten Fünftel der Bevölkerung würden dem Staat bereits ab April defacto die Einnahmen aus der Einkommensteuer ausgehen.

    Überzogene und leistungsfeindliche Umverteilung: Die unteren 55 Prozent der Steuerzahlerinnen und -zahler erhalten rund viermal so viel aus dem Steuertopf wie sie einzahlen.

    „Wir reden hier etwa von einer Fachkraft in der Industrie, einem AHS-Lehrer oder einer Allgemeinmedizinerin. Der heutige Tag sollte daher ein Mahnmal für die Politik sein, mit den hart erarbeiteten Steuergeldern der Bürgerinnen und Bürger sorgsam umzugehen“, so Neumayer.

    Gleichzeitig verdeutliche die Statistik, wie stark umverteilend das Steuersystem in Österreich funktioniert: Betrachtet man die Einkommen inklusive Transferzahlungen des Staates, beziehen die unteren 55 Prozent der Steuerzahlerinnen und -zahler sogar rund viermal so viel aus dem Steuertopf wie sie einzahlen.

    „Es geht nicht darum, verschiedene Einkommensgruppen gegeneinander auszuspielen. Vielmehr muss uns allen die Realität unseres progressiven Einkommensteuersystem bewusst sein“, Neumayer. Ständig wiederkehrende Neiddebatten oder der Ruf nach weiterer Umverteilung seien „eine klare Themenverfehlung“ und würden an der nachhaltigen Finanzierbarkeit unseres Sozialstaates sägen. Viel wichtiger wäre hingegen eine sachliche Diskussion darüber, wie der Staat seine immensen Steuereinnahmen möglichst treffsicher und wirkungsorientiert einsetzen kann. „Gerade in der aktuellen Situation sollten Mittel – die durch Menschen und Unternehmen hart erwirtschaftet werden – nicht mit der Gießkanne verteilt werden“, betonte der IV-Generalsekretär.

    Statt ständig wiederkehrender Diskussionen über zusätzliche Steuern und Belastungen für das Höchststeuerland Österreich spricht sich die Industrie für eine weitere Entlastung des Faktors Arbeit aus. „Genau hier müssen wir den Hebel ansetzen, um Beschäftigung weiter aufzubauen, damit die Einkommensteuerlast nicht nur auf den Schultern einiger Weniger ruht“, so Neumayer, der abschließend betonte: „Ziel muss sein, Österreich bei der Steuer- und Abgabenquote weg von einem Hochbelastungsstandort in Richtung Mittelfeld zu bringen.“

    Verantwortliche Ansprechperson in der IV:
    Marlena Mayer BA
    Strategie & Kommunikation, Pressesprecherin und Media Relations, Industriellenvereinigung

    Dazu: Link zum sehr lesenswerten IV-Bericht über „REICHTUM, ARMUT & UMVERTEILUNG IN ÖSTERREICH“

    Dazu: Link zum von Lobby der Mitte initiierten „MITTELSTANDS-PAKET“ mit den notwendigen Forderungen an die Regierung

     

    Zu Lobby der Mitte und zum Lobby der Mitte-Blog:
    Mag. Wolfgang Lusak
    Unternehmensberater & Lobby Coach www.lusak.at www.lobbydermitte.at
    Tel 01 315 45 36
    office@lusak.at

     

     

     

  • handels-verkaufsflaechen-gehen-zurueck-inflation-drueckt-konsumausgaben

    Handels-Verkaufsflächen gehen zurück, Inflation drückt Konsumausgaben

    Wir bringen diese Presseaussendung des Lobby der Mitte-Partners Handelsverband, weil die enthaltenen neuen Informationen die bedrohlichen Auswirkung der bestehenden Krisen auf das gesamte mittelständische Wirtschaftsgeschehen unterstreichen. Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will, Standort + Markt Geschäftsführer Hannes Lindner sowie Standort + Markt Gesellschafter Roman Schwarzenecker erklären die Erkenntnisse zweier neuer Umfragen zu den Themen A. Verkaufsflächen-Entwicklung und B. aktuelles Konsumentenverhalten. Sie stellen am Ende klare Forderungen an die Politik.

    A. City Retail Check 2022: Einzelhandels-Verkaufsflächen in Österreichs Innenstädten gehen bundesweit um 5% zurück. Leerstandsquote steigt auf 7,4%.

    Fotos: Handelsverband

    Neue Studie von S+M gibt Einblick in handelstechnische Verfassung heimischer Städte. Krems, Eisenstadt und Mödling legen zu, Salzburg und St. Pölten verlieren. Steigende Inflation hemmt Konsum: 14% der Bevölkerung kaufen nur lebensnotwendige Güter.

    Seit 2013 erfasst Standort + Markt in den 20 größten Städten Österreichs sämtliche Shopflächen und verfügt damit über ein unabhängiges Monitoring zum Zustand und den Veränderungen der österreichischen Ballungszentren. Der jährliche „S+M City-Retail Health Check“ geht mittlerweile in seine neunte Runde. Durch die Analyse von 24 Geschäftsbereichen plus 16 ausgewählten Kleinstädten mit insgesamt 13.231 Shops auf einer Fläche von über zwei Millionen Quadratmetern liegt eine sehr hohe Transparenz zum Shopflächengeschehen in Österreich vor. Wie sehen die Ergebnisse für 2022 nun im Detail aus?

    Minus 500.000m2: Einzelhandel verliert bundesweit umgerechnet 80 Fußballfelder Verkaufsfläche

    „Die rückläufige Flächenentwicklung der letzten 10 Jahre ist ein stiller Zeuge der veränderten Konsumgewohnheiten und der Auswirkungen der Pandemie. Allein im Mode- und Schuhhandel ist die Verkaufsfläche im Vorjahr um 2% eingebrochen. Der Bekleidungssektor nimmt – auch aufgrund von langfristigen Mietverträgen – in den Innenstädten zwar noch immer fast die Hälfte der gesamten Geschäftsflächen im Einzelhandel ein, er hat aber in den letzten beiden Corona-Jahren massiv an den Onlinehandel verloren“, fasst Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will die wichtigsten Studienergebnisse zusammen.

    „Handel und Gastronomie gehören zusammen. Beide leiden stark unter den Corona-Auswirkungen, daher nimmt auch der Leerstand in den wichtigsten Einkaufsstraßen des Landes deutlich zu. Die Leerstandsquote in den österreichischen Innenstädten liegt aktuell bei 7,4%. Insgesamt musste der heimische City Retail 2021 einen Verkaufsflächenverlust von mehr als 54.000 Quadratmetern verkraften. 90% der Ortskerne und Peripherien in den ländlichen Regionen sind dabei noch gar nicht berücksichtigt. Hochgerechnet ergibt das einen Verkaufsflächenverlust von 500.000 Quadratmetern oder 80 Fußballfeldern“, so Will.

    Dornbirn, Linz und Amstetten legen zu, Steyr und Wiener Neustadt bleiben „Sorgenkinder“

    „Angesichts der Veränderung des Branchenmix in den heimischen Primär- und Sekundärstädten wird auch deutlich, dass das Kurzfristbedarfsangebot – sprich der Lebensmittelhandel – laufend zunimmt. Die Bekleidungsbranche kämpft hingegen mit deutlichen Verlusten, seit 2014 ist deren Anteil von 33% auf 29% gefallen. Diese Veränderung fiel signifikanter aus als in jeder anderen Branche. Allein der Modehandel hat in den letzten acht Jahren rund 82.500m² Verkaufsfläche verloren“, sagt Standort + Markt Geschäftsführer Hannes Lindner.

    Mittlerweile finden sich nur mehr 10 Geschäftsbereiche, die eine positive Shopflächenentwicklung aufweisen. Der Flächenverlust war ab 2020 deutlich spürbarer als in den Jahren zuvor. Die größten Flächenzugewinne sind in Dornbirn, der Wiener Landstraßer Hauptstraße, in Amstetten und in Linz zu verzeichnen. Krisengeschüttelte Innenstädte der letzten Jahre mit hohen Leerstands- und Fluktuationsraten wie Steyr und Wiener Neustadt blieben auch 2021 nicht von einer Gesamtverkaufsflächenreduktion verschont.

    7,4%: Leerstandsquote bleibt (zu) hoch

    Die Leerstandsrate der Innenstadtbereiche liegt mit 6,1% (2020: 5,9%) etwas höher als in Österreichs Shoppingcentern mit 4,4% (2020: 4,5%). „Die durchschnittliche Leerstandsquote in den heimischen Groß- und Kleinstädten erhöht sich damit auf 7,5%, da Kleinstädte im Schnitt einen deutlich höheren Leerstand aufweisen. Insgesamt hat sich die Leerstandsrate in den Primär- und Sekundärstädten seit dem letzten Jahr zwar nur moderat um 0,2 Prozentpunkte erhöht, es bleibt allerdings abzuwarten, welche Auswirkungen die Pandemie und aktuell die hohe Inflation auf das Shopflächengerüst der Cities haben werden“, erklärt Standort + Markt Gesellschafter Roman Schwarzenecker.

    Pandemiebedingter Rückgang des Tourismus befeuert Leerstand

    Traditionell liegen Salzburg, Innsbruck und die Wiener City – allesamt Tourismus-Hochburgen mit entsprechend hoher Passantenfrequenz – auf den vorderen Plätzen des Städtevergleiches. Aufgrund der Ereignisse der Covid19-Pandemie hat sich dieses Blatt zuungunsten einiger städtischer Geschäftsbereiche gewendet. Seit 2020 sanken die Übernachtungszahlen im Städtetourismus spürbar, was sich gravierend auf den innerstädtischen Handel niederschlug. Während der Anstieg der Leerstandsrate in der Wiener City moderat vonstattenging (von 3,4% auf 4,5%), fiel der Zugewinn in Salzburg um fünf Prozentpunkte deutlich massiver aus (von 1,6% auf 6,6%). Zumindest Innsbruck dürfte es im Jahr 2021 gelungen sein, den Abschwung abzufedern, die Leerstandsrate beträgt – nach einem merkbaren Anstieg 2020 – wieder gute 2,4%.

    Die Wiener Neustädter Innenstadt bleibt die größte Herausforderung hinsichtlich innerstädtischer Leerstandsflächen: Mit 29,5% Leerstand belegt sie den letzten Platz im aktuellen Ranking. „Eine Leerstandsrate von über 20% weisen zudem Bruck an der Leitha, Knittelfeld, Liezen und St. Veit an der Glan auf. Zu den größeren Städten mit deutlich erhöhten Werten zählen 2021 neben der Salzburger Innenstadt auch die Wiener Landstraßer Hauptstraße und Bregenz“, sagt Schwarzenecker.

    „Auch wenn das ganz große Geschäftssterben bis dato ausgeblieben ist – der österreichische Handel hat allein 2022 weit über 50.000m2 an Verkaufsflächen eingebüßt. Lag der Anteil der Retail-Shopflächen an den Gesamtflächen 2014 noch bei 73,5%, so dümpelt er heute bei 67,5%. Klar ist aber auch, dass diese Strukturveränderung ohne staatliche Covid-Unterstützungsmaßnahmen noch deutlich heftiger ausgefallen wäre“, so das Fazit von Hannes Lindner.

    B. Konsumentenbefragung: Steigende Inflation hemmt Konsumausgaben

    Sorgen bereiten dem heimischen Handel nicht nur die Pandemie und der Strukturwandel, sondern aktuell auch die Ukraine-Krise sowie die stark steigende Inflation. Laut einer Erhebung von Mindtake Research im Auftrag des Handelsverbandes haben bereits 79% aller Konsument:innen das Gefühl, die Preise für Strom, Treibstoff, Wohnen und Produkte des täglichen Bedarfs seien in den letzten Monaten stark angestiegen.

    Die Auswirkungen der Inflation auf die Konsumausgaben sind gravierend:

    • 53% der Österreicher:innen haben ihre Ausgaben in den letzten Wochen eingeschränkt
    • 14% beschränken sich zurzeit auf den Kauf lebensnotwendiger Güter

    Was erwartet der Handel von den Regulatoren?

    „Die Corona-Krise und der Ukraine-Krieg befeuern die Inflation, deren Treiber die Rohöl- und Gaspreise sind. Heizen und Tanken ist in Europa so teuer wie nie zuvor, dadurch schmilzt die Kaufkraft der Bevölkerung bei den Konsumgütern. 14% der Österreicherinnen und Österreicher müssen sich bereits auf den Kauf lebensnotwendiger Güter beschränken“, fasst Rainer Will zusammen.„Daher ist klar, dass viele Geschäfte des nicht-lebensnotwendigen Handels auch im Sommer 2022 einen Überlebenskampf führen werden, selbst wenn sich die Corona-Fallzahlen deutlich reduzieren. Der Flächenschwund im Non-Food-Handel wird sich inflationsbedingt fortsetzen.“

    Jetzt ist die Bundesregierung gefordert, entsprechend gegenzusteuern. Folgende Empfehlungen sollten am besten sofort umgesetzt werden:

    • Verhinderung von Mietrückforderungen durch die COFAG

    • Abschaffung der Mietvertragsgebühr

    • Aktive Inflationsbekämpfung & Energiekostenbremse für den Handel

     

    Für Rückfragen steht gerne zur Verfügung:

    Mag. Gerald Kühberger, MA
    Pressesprecher
    gerald.kuehberger@handelsverband.at
    +43 (1) 406 22 36-77

     

    Zum Lobby der Mitte-Blog:
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    Unternehmensberater & Lobby Coach www.lusak.at www.lobbydermitte.at
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